09:24 22 Juni 2018
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    Festung Kale (Skopsko kale) in Skopje, Mazedonien (Archivbild)

    „Historischer Schritt“: Athen und Skopje einigen sich auf Namen Mazedoniens

    © Sputnik / Ilja Pitalew
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    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein mazedonischer Amtskollege Zoran Zaev haben sich auf einen Kompromiss für den Namen der ehemaligen jugoslawischen Republik geeinigt.

    „Skopje wird seine Verfassung ändern“, sagte Tsipras am Dienstag gegenüber dem griechischen Staatsfernsehen. „Das ist ein historischer Schritt“.

    Tsipras habe den griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos über den Kompromiss informiert. Pavlopoulos sagte, er sei mit der Vereinbarung zufrieden, Skopje solle diese jedoch einhalten.

    Zaev sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, die ehemalige jugoslawische Republik werde „Republik Nord Mazedonien“ heißen.

    Er fügte hinzu, die Regierungen Griechenlands und Mazedoniens würden ein entsprechendes Abkommen unterzeichnen, das dann von den Parlamenten beider Länder ratifiziert werden solle.  Im Herbst werde eine Volksabstimmung über den neuen Namen des Landes stattfinden. Werde der neue Name von den Bürgern angenommen, solle auch die Verfassung geändert werden, betonte Zaev.

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    Griechenland tritt gegen das Wort „Mazedonien“ im Namen seines nördlichen Nachbarlandes auf, damit dieses nicht mit der gleichnamigen nordgriechischen Region verwechselt wird. Athen wirft Skopje vor, eine Politik des Irredentismus zu betreiben und zu versuchen, die mit derselben Ethnie besiedelten Gebiete im Rahmen eines Staates wiederzuvereinigen.

    Die Haltung Griechenlands hatte zur Folge, dass das unter dem Namen „Republik Mazedonien" von 142 Staaten anerkannte Land in den internationalen Organisationen als „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien" bezeichnet wird.

    Der seit fast dreißig Jahren andauernde Namensstreit verhindert den EU- sowie den Nato-Beitritt von Mazedonien. Die Verhandlungen zur Regelung des Streits sind in den letzten Monaten aktiver geworden, weil das nordatlantische Bündnis Mazedonien schon im Juli aufnehmen will.

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    Tags:
    Vereinbarung, Name, Alexis Tsipras, Zoran Zaev, Griechenland, Mazedonien
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