15:45 17 August 2018
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    Verteilung von Lebensmittelrationen in Jemen (Archivbild)

    „Humanitäre Katastrophe“: Moskau äußert sich zu Schlacht um Jemens wichtigen Hafen

    © AP Photo / Hani Mohammed, File
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    Das Erstürmen der jemenitischen Hafenstadt Al-Hudaida durch die dem Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi treuen bewaffneten Gruppen stellt eine Katastrophe für den ganzen Staat dar und wirkt sich negativ auf die Regelung der Situation im Land aus. Das geht aus einer Mitteilung des russischen Außenministeriums hervor.

    „Die oben genannte Operation erfolgt von See und Luft aus seitens der ‚arabischen Koalition‘“, heißt es.

    Einigen Angaben zufolge haben die beiden Konfliktparteien allein in den ersten Tagen des Einsatzes mehrere Hundert Tote gemeldet. 

    Das Außenministerium äußerte sich besorgt darüber, dass die Entwicklung der Situation den Betrieb des Hafens Al-Hudaida stören könne, über den der Löwenanteil der Nahrungsmittel, Medikamente und anderer Artikel des täglichen Bedarfs für die Zivilbevölkerung ins Land kommen.     

    „Sollten die Kampfhandlungen in dem besagten Gebiet zur Abriegelung dieser Versorgungsroute führen, so werden friedliche Bewohner des Jemen mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert und buchstäblich am Rande von Leben und Tod stehen. Sie werden vor der schrecklichen Wahl stehen —  entweder durch Raketen- und Artillerieangriffe oder durch Hunger und Krankheiten zu sterben“, so das Außenministerium.

    Zudem ruft Moskau dazu auf, die Kampfhandlungen im Jemen möglichst schnell zu stoppen. Dies werde die Chance bieten, die Friedensinitiativen der Völkergemeinschaft umzusetzen.

    Am vergangenen Mittwoch hatte die saudisch-emiratische Koalition trotz der UN-Warnungen vor einer möglichen humanitären Katarstrophe den Einsatz „Goldener Sieg“ gegen Huthi-Rebellen aus Al-Hudaida begonnen.

    Im Jemen tobt seit mehr als drei Jahren ein verheerender Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung „Ansar Allah" haben weite Teile vor allem im Norden des Jemen den Regierungstruppen abgerungen.

    Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die Regierung und fliegt Angriffe auf Huthi-Stellungen. Das saudische Staatsgebiet wird ebenfalls regelmäßig von Seiten der Rebellen beschossen.

    Al-Hudaida ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements im Jemen. Die 600 000-Einwohner-Stadt am Roten Meer wurde in den letzten Jahren von den Huthi-Rebellen kontrolliert.    

     

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    Tags:
    humanitäre Katastrophe, Koalition, Huthi, Außenministerium, Schiiten-Bewegung Ansar Allah, Uno, Abed Rabbo Mansur Hadi, Rotes Meer, Saudi-Arabien, Jemen
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