08:49 19 Oktober 2018
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    Mitglieder der umstrittenen Weißhelme-Organisation in Ost-Guta (Archivbild)

    Experte: USA geben Fehler nicht zu, auch wenn sie auf frischer Tat ertappt werden

    © AFP 2018 / Abdulmonam Eassa
    Politik
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    Das US-Außenministerium hat die Vorwürfe des russischen Verteidigungsministeriums hinsichtlich der Vorbereitung einer Provokation mit einem Giftgaseinsatz in Syrien zurückgewiesen. Der Experte Wladimir Issajew nahm im Radiosender Sputnik Stellung zur Situation.

    Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, wies die Vorwürfe des Verteidigungsministeriums Russlands, eine Provokation mit C-Waffen-Einsatz in Syrien vorzubereiten, zurück.

    Zudem kritisierte sie auf Twitter Russland wegen seiner Haltung gegenüber den syrischen Behörden und  behauptete erneut, dass Russland an dem Giftanschlag in Salisbury beteiligt gewesen sei.

    „Während Russland Giftstoffe in Salisbury einsetzte und Assad vor Vorwürfen wegen regelmäßiger C-Waffen-Angriffe in Syrien schützt, halten wir uns weiter an die Chemiewaffenkonvention“, so Nauert.

    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Ilja Konaschenkow, sagte am 11. Juni, dass die Freie Syrische Armee und die US-Kräfte für Sonderoperationen eine Provokation mit einem Chemiewaffeneinsatz in der Provinz Deir ez-Zor vorbereiten würden.

    Der Professor des Instituts für die Länder Asiens und Afrikas der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität, Wladimir Issajew, nahm im Radiosender Sputnik Stellung zu dieser Situation.

    „Die USA mögen es überhaupt nicht, ihre Fehler zuzugeben, obwohl sie mehrmals mit White Helmets u.a. auf frischer Tat ertappt wurden. Vor einiger Zeit gaben die USA sogar de facto zu, dass die White Helmets nicht ganz Recht hatten. Allerdings gaben sie das sehr spezifisch zu – sie stellten einfach ihre Finanzierung ein, und Sie können sehen, wie die Aktivitäten der White Helmets in den letzten zwei bzw. drei Monaten massiv zurückgingen. Allerdings besteht weiterhin die Möglichkeit einer Wiederbelebung dieser Organisation, die eine Begründung für die US-Angriffe gegen Syrien bietet. Im Ganzen sehe ich nicht, dass die USA ihre Herangehensweisen an die Regelung der syrischen Krise ändern und bereit sind, ihre Fehler einzuräumen“, sagte Issajew.

    Nach der Provokation mit dem angeblichen Einsatz chemischer Waffen am 4. April in der syrischen Stadt Duma feuerten Großbritannien und Frankreich am 14. April mehr als 100 Raketen auf Syrien ab, der Großteil von ihnen wurde von syrischen Flugabwehrraketen abgefangen. Washington erklärte seine Handlungen als Antwort auf den Chemiewaffenangriff in Duma. Dabei liegen keine Beweise für die Anwendung verbotener Substanzen durch Damaskus vor. Das von der syrischen Organisation White Helmets bereitgestellte Video hatte eindeutige Merkmale der Manipulation. Schlussfolgerungen der OPCW-Experten liegen bislang nicht vor.

    Am 4. März wurden in Salisbury nach Angaben der britischen Behörden der ehemalige GRU-Mitarbeiter Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet, wodurch ein großer internationaler Skandal provoziert wurde. London behauptet, dass an dem Giftanschlag der russische Staat beteiligt war. Allerdings wurden keine Beweise vorgelegt. Moskau wies seine Verbindung mit dem Vorfall kategorisch zurück.

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    Tags:
    Chemieangriff, Provokation, Doppelagent, Vergiftung, OPCW, Demokratische Kräfte Syriens DKS, GRU, Verteidigungsministerium Russlands, US-Außenministerium, Heather Nauert, Sergej Skripal, Syrien, USA, Russland