10:00 21 August 2018
SNA Radio
    Mitarbeiter der Notdienste am Ort, wo Sergej Skripal und seine Tochter in der britischen Stadt Salisbury gefunden wurden

    Russische Botschaft fordert: USA sollen „Nowitschok“-Daten aufdecken

    © AP Photo / PA/Andrew Matthews
    Politik
    Zum Kurzlink
    81331

    Die russische Botschaft in den USA hat die amerikanischen Behörden via Twitter dazu aufgerufen, Akten über das Nervengift vom Typ „Nowitschok“ offenzulegen.

    „Decken Sie Ihre ,Nowitschokʻ-Akten auf! Vernichten Sie Ihre C-Waffen-Vorräte!“, heißt es in einer Twitter-Mitteilung der russischen Botschaft.

    Weiter verwiesen die russischen Diplomaten auf Inszenierungen von Chemiewaffenangriffen in Syrien und die lautstarke Aufdeckung eines inszenierten „Angriffs“ in der syrischen Stadt Duma. Dazu wurden Links zu entsprechenden Videos angegeben.

    ​Am Montag hatte der russische Armeesprecher Igor Konaschenkow mitgeteilt, die Freie Syrische Armee (FSA) und die US-Spezialkräfte würden eine Provokation mit Chemiewaffen im syrischen Deir ez-Zor vorbereiten.

    Darauf reagierte die amtliche Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, via Twitter wie folgt: „Während Russland in Salisbury einen Giftstoff eingesetzt hat und Assad vor dem Vorwurf wiederholter C-Waffen-Attacken in Syrien schützt, halten wir uns an die Chemiewaffenkonvention.“

    Fall Skripal

    Der Ex-Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Die britische Seite macht Russland für die Attacke mit dem als Nowitschok bekannten chemischen Kampfstoff A234 verantwortlich. Moskau weist jegliche Anschuldigungen vehement zurück.

    Der Fall löste einen schweren internationalen Skandal aus. London wies 23 russische Diplomaten aus. Großbritannien wurde von mehreren EU-Ländern, den USA und einigen anderen Staaten unterstützt. Russland antwortete ebenfalls mit der Ausweisung von Diplomaten aus Großbritannien und anderen Ländern.

    „Chemieangriff“ in Duma

    In der Nacht zum 14. April hatten die USA, Großbritannien und Frankreich als Vergeltung für einen angeblichen Chemieangriff im syrischen Duma mehr als 100 Raketen auf Regierungsobjekte in Syrien abgefeuert, die ihrer Ansicht nach in die Produktion von Kampfstoffen involviert seien. Die syrischen Behörden erklärten mehrmals, dass das gesamte Chemiewaffen-Arsenal Syriens unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) außer Landes gebracht und entsorgt worden sei.

    Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete diese Raketenangriffe als Aggressionsakt gegen einen souveränen Staat. Weder russische Militärexperten noch einheimische Bürger hätten das Stattfinden eines Chemieangriffs bestätigt, der als Vorwand für den Militärschlag diente.

    Zum Thema:

    Assad über mögliche geheime russische S-300-Lieferung nach Syrien
    Düstere Prognose: Syrien muss sich auf „heißen Sommer“ gefasst machen
    Syrien: Waffenversteck von Kämpfern in Homs entdeckt – Versöhnungszentrum
    Nach Ausweisung russischer Diplomaten im Fall Skripal: Berlin wartet auf Beweise
    Aussetzer im System: Scotland Yard entlarvt kolossale Lüge im Fall Skripal
    Tags:
    Inszenierung, C-Waffen, Nowitschok, russische Botschaft in den USA, Duma, Syrien, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren