09:00 17 Oktober 2018
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    Ankunft von US-Soldaten in der norwegischen Stadt Stjordal im Januar 2017

    NI "entlarvt" neue Nato-Provokation gegen Russland

    © REUTERS / NTB Scanpix/ Ned Alley
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    Die USA und die Nato hetzen Russland weiterhin gegen sich selbst auf, und die jüngste Bitte Norwegens, die Präsenz von US-Truppen auf seinem Territorium auf das Doppelte zu verstärken, ist das bisher letzte Exempel einer Provokation, schreibt der US-Experte für Außenpolitik Ted Galen Carpenter im US-Magazin „The National Interest“.

    Zudem wollten die Norweger, dass die US-Truppen möglichst nahe der Grenze zu Russland stationiert würden, so die Zeitschrift. In Norwegen halten sich derzeit 330 US-Soldaten auf Rotationsgrundlage auf.

    Sollte der Bitte von Oslo nachgekommen werden, würde ein 700 Mann starkes US-Militärkontingent im Norden des Landes, wenige Hundert Kilometer von Russland entfernt, disloziert. Heute halten sich die US-Kräfte im Zentrum Norwegens auf.

    Der Rotationscharakter der militärischen US-Präsenz ermögliche es Norwegen, das 1949 an Moskau gegebene Versprechen, keine US-Basen auf seinem Territorium errichten zu lassen, formell einzuhalten.

    Auf Anfrage nach der Erhöhung der zahlenmäßigen Stärke der US-Truppen hin hat die norwegische Außenministerin Marie Eriksen Söreide darauf verwiesen, dass die US-Soldaten auf zeitweiliger Grundlage in Norwegen stationiert seien. Laut Carpenter sei dies ein „zynischer Winkelzug“, mit dem man niemanden täuschen könne, und schon gar nicht Wladimir Putin und seine Kollegen im Kreml.

    Wie die norwegischen Behörden behaupten, sei die Truppenstationierung nicht gegen Russland gerichtet. Laut Carpenter sei diese Erklärung noch weniger glaubwürdig. Denn die Bitte aus Oslo sei nur wenige Tage nach der Aufforderung von neun Ländern an der Nato-Ostflanke ergangen, die militärische Präsenz der Allianz in der Region zu verstärken.

    Außerdem sei für Oktober 2018 in Norwegen die Übung „Trident Juncture 18“ geplant, bei der 35.000 Soldaten sowie 70 Schiffe und 130 Flugzeuge eingesetzt werden sollen.

    Der Experte erinnert daran, dass die Nato zu Sowjetzeiten ein wichtiger Teil der Strategie zur Verdrängung Moskaus aus dem europäischen geopolitischen Orbit gewesen sei. Doch die Spitzenpolitiker im Westen wendeten dieses Modell auch heute noch gegen das postsowjetische Russland an, indem sie mit frischem Elan handelten und weitere Mitglieder in die Allianz aufnähmen.

    „Die USA und die Nato müssen eine realistischere Herangehensweise zeigen. Jede beliebige Nation würde ein derartiges Verhalten der Nato vor ihren Grenzen als durchaus unfreundlich und sogar bedrohlich einschätzen. Die Fortsetzung dieser Aktivitäten und das gleichzeitige zynische Verleugnen der feindseligen Absichten könnten leicht zu einer Fehlkalkulation und einer katastrophalen Konfrontation führen“, schlussfolgert der Experte.

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    Militärkontingent, Truppen, The National Interest“ (NI), NATO, Ted Galen Carpenter, Wladimir Putin, Norwegen, USA, Russland