08:45 21 November 2018
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    Bau der Nord Stream 2 Pipeline, Deutschland (Archivbild)

    „Russische Waffe bereits in Berlin“: Kiewer Rada bangt vor Nord Stream 2

    © Foto : Nord Stream 2
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    Die Vize-Vorsitzende des ukrainischen Parlaments, Oxana Syrojed, hat Nord Stream 2 als eine russische Waffe bezeichnet, die bereits in Berlin eingetroffen sei. In einem Interview für den TV-Sender „112 Ukraina“ sagte die Abgeordnete, dass Deutschland das Gaspipeline-Projekt unterstütze.

    „Die Menschen verstehen nicht, dass zwischen Russland und der übrigen zivilisierten Welt eine Kluft liegt, dass es sich hierbei um Despotie und Freiheit handelt, dass das eine mit dem anderen nicht zu vereinbaren ist, dass es unmöglich ist, zu handeln, weil man dabei mit Werten handelt. Russland wird siegen, und wir wissen nicht, wann es stillstehen wird. Denn Nord Stream 2 ist eine Waffe, die Russland bereits nach Berlin gebracht hat. Die einzige Frage ist, wann es diese Waffe einsetzt“, so Syrojed.

    „Die Begünstigung der finanziellen Aggression Russlands wird dazu führen, dass es unvermeidlich zu einer Bedrohung für die ganze Welt kommen wird“, fügte die Abgeordnete hinzu.

    Wie der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman zuvor erklärt hatte, stelle die Gaspipeline eine neue Hybridwaffe dar, die gegen die Europäische Union gerichtet sei. 

    Ukrainische Parlamentarier hatten bereits früher Besorgnis darüber geäußert, dass das Nord-Stream-2-Projekt einen harten Schlag gegen die Wirtschaft der Ukraine  bedeute, die dadurch vom Gastransit abgeschaltet werden könne.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Pipelinesträngen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen.

    Gegen das Pipeline-Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehören die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt, und die USA, die ambitionierte Pläne zum Export von Flüssiggas nach Europa hegen.

     

     

     

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    Tags:
    Oxana Syrojed, Deutschland, Russland, Ukraine