23:58 23 September 2018
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    Angriff erlaubt! US-Militärs dürfen präventive Hackerattacken starten

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    Politik
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    Das US-Verteidigungsministerium hat das sogenannte Cyber-Kommando, das sich mit der elektronischen Kriegsführung und der Internet-Sicherheit auseinandersetzt, bevollmächtigt, präventive Hackerangriffe durchzuführen. Darüber berichtete die Zeitung „The New York Times“.

    Nach Angaben der Zeitung sieht die neue Strategie, die nach mehr als einem Jahrzehnt der Anti-Terror-Operationen gegen die Terrormilizen Al-Qaida und „Islamischer Staat" entstanden sei, ständige Aktivitäten „am Rande des Krieges" in ausländischen Computernetzwerken vor. Das Ziel sei, gefährliche gegnerische Aktivitäten anzufechten, bevor sie die USA beeinträchtigen könnten.

    Die Zeitung verwies darauf, dass das Cyber-Kommando bislang eine defensive Haltung eingenommen und versucht hatte, Cyber-Angriffen entgegenzuwirken, nachdem sie bereits in US-amerikanische Netzwerke eingedrungen waren. Zu Offensiven sei es in relativ wenigen Fällen gekommen: Üblicherweise sei dies bei der Bekämpfung der Terrormiliz „Islamischer Staat"* der Fall gewesen. Die Ergebnisse solcher Eingriffe seien bestenfalls gemischt gewesen.

    Im Frühling habe das Pentagon den Status des Kommandos jedoch erhöht und es somit zu „fast täglichen Überfällen auf fremde Netze" berechtigt, um „Cyberwaffen zu sperren, bevor sie entfesselt werden können". Dadurch sollten die Gegner der USA ihre Ressourcen zugunsten der Verteidigung umverteilen. Die Anzahl von Cyberangriffen soll damit reduziert werden.

    Allerdings sei es unklar, wie sorgfältig die US-Regierung die verschiedenen Risiken abgewogen habe, für den Fall, dass die Angriffe im Rahmen einer geheimen Operation durchgeführt werden sollten. Die Zeitung nennt Russland, China und Nordkorea als Länder, die hinter größeren Hackerattacken stecken würden und verweist auf Risiken, die eine unvorhergesehene Eskalation in den Beziehungen zu diesen nuklear bewaffneten Staaten bergen könnte.

    Ein weiteres Problem bestehe darin, dass für derartige präventive Maßnahmen ein heimliches Operieren in den Netzwerken der Verbündeten wie beispielsweise Deutschland notwendig werden könnte.

    Das US-Cyber-Kommando (USCYBERCOM) war im Juni 2009 gebildet worden und vereinigt eine Reihe von militärischen Behörden und Ämtern, die sich mit Netztechnologien und dem Informationskrieg beschäftigten.

    *Islamischer Staat, auch IS, Daesh eine in Russland verbotene Terrorvereinigung

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    Tags:
    Cybersicherheit, Nordkorea, China, Deutschland, Russland, USA