16:40 15 Dezember 2018
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    Israelischer Ex-Energieminister Gonen Segev (Mitte) im Bezirksgericht von Tel Aviv, der 22. April 2004

    Spionage für Iran? Israelischer Ex-Energieminister von Geheimdienst festgenommen

    © AFP 2018 / YARIV KATZ
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    Der ehemalige israelische Energieminister Gonen Segev ist wegen mutmaßlicher Spionage für den Iran angeklagt worden, teilte der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet (Schabak) mit.

    Demzufolge wurde der 62-Jährige bereits am 18. Mai festgenommen. Der ausgebildete Kinderarzt soll „Informationen an den Feind mehrmals übergeben“ haben.

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    Segev war schon 2005 wegen des Schmuggels von einer großen Partie Ecstasy-Pillen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem hatte er Betrügerei mit einer Kreditkarte im Ausland verübt. 2007 wurde ihm die ärztliche Zulassung lebenslang entzogen.

    Laut Schin Bet lebte der frühere Politiker in den letzten Jahren in Nigeria, wo er mit der iranischen Aufklärung kontaktiert haben soll. Das zentralafrikanische Land Äquatorialguinea hatte ihm im Mai wegen seiner kriminellen Vergangenheit die Einreise verweigert. Danach sei er auf israelischen Wunsch in seine Heimat ausgeliefert und verhört worden.

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    „Im Laufe der Ermittlung des Schabak und der Polizei ist festgestellt worden, dass Segev angeworben wurde und für den iranischen Geheimdienst spionierte. 2012 hatte er Kontakt mit Vertretern der Iranischen Botschaft in Nigeria, später besuchte er sogar zweimal den Iran, um seine Kontaktmänner zu treffen. Er war ihrer Zugehörigkeit zur iranischen Aufklärung völlig bewusst“, hieß es.

    Segev soll sich an Orten auf der ganzen Welt mit iranischen Agenten getroffen haben. Von ihnen habe er spezielle Nachrichtentechnik für geheime Kontakte bekommen. Der ehemalige Energieminister habe den Iranern Informationen über den israelischen Energiemarkt, Sicherheitseinrichtungen, Gebäude sowie über israelische Repräsentanten im Bereich der Politik und Sicherheit übermittelt.

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    Der Ex-Minister habe die Informationen von seinen israelischen Bekannten bekommen, mit denen er genau für diesen Zweck im Kontakt geblieben sei, so der Inlandsgeheimdienst. Er soll sogar versucht haben, diese Leute mit iranischen Spionen bekannt zu machen, die er vermeintlich für harmlose Geschäftsleute ausgegeben habe.

    Das Gericht erlaubte das Preisgeben nur dieser Informationen. Andere Einzelheiten des Falls bleiben auf Bitte von Schin Bet und der Polizei geheim.

    Segev hatte in den 90er Jahren eine kurze steile Karriere hingelegt, die von der ultranationalistischen Tzomet-Partei bis in das Kabinett des Friedensnobelpreisträgers Jitzchak Rabin führte und ihm den Ruf eines politischen Wendehalses einbrachte.

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    Geheimdienstinformationen, Geheimdienstagenten, Geheimdienst, Aufklärung, Spione, Spionage, Spion, Agent, Israels Inlandsgeheimdienst Schabak, Äquatorialguinea, Nigeria, Israel, Iran