10:54 22 Juli 2018
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    ein Mann macht Selfie beim Sonnenaufgang, USA (Symbolbild)

    „Ära der härteren strategischen Konkurrenz“: USA nennen ihre Ziele

    © AP Photo / Matt Rourke
    Politik
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    Der stellvertretende US-Außenminister für europäische und euroasiatische Angelegenheiten, Wess Mitchell, hat bei einem Auftritt im Carnegie-Zentrum am Donnerstag in Brüssel die Ziele der US-Politik erläutert.

    „Wir arbeiten derzeit an der strategischen Renovierung, wir erfüllen eine schwere Arbeit zur Stärkung des Westens, um das später unter wenig günstigen Bedingungen nicht tun zu müssen“, so Mitchell.

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    Washington sehe es derzeit als seine Aufgabe an, „den Westen zu stärken, wenn die Welt in das Zeitalter einer härteren strategischen Konkurrenz eintritt“. Als Rivalen des Westens betrachte Mitchell China und Russland, deren Einfluss in Mitteleuropa steige, sowie den Iran.

    „Die Herausforderung, denen wir nun begegnen, ist zutiefst ideologisch (…). Derzeit gibt es Regionen in der Welt, wo der Westen und die USA den strategischen Einfluss verlieren. Wir verlieren den strategischen Einfluss in Mittel- und Osteuropa. Meiner Meinung nach erhebt sich nun die Frage, wie effektiv um den Einfluss zu konkurrieren ist.“

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    Mitchell betonte, dass die USA „mit Europa an der Lösung der Probleme in allen Formen“ arbeiten wollen. Unter anderem weist er auf den Handelsbereich hin. Dort sei die Lage unausgeglichen, was Washington veranlsst habe, Strafzölle für Stahl und Aluminium einzuführen.

    Die USA unterstützen mit der EU „mehr als 35 ständige Dialoge in allen Bereichen, von Sicherheit und Energie bis zu Handel und Menschenrechten“.

    Die US-Zusatzzölle auf Einfuhren von Stahl (25 Prozent) und Aluminium (10 Prozent) aus der EU sind seit dem 1. Juni in Kraft. EU-Vergeltungszölle sollen nach einer bereits Mitte Mai bei der WTO eingereichten Liste auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte erhoben werden.

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    Am 8. und 9. Juni fand ein G7-Treffen in der kanadischen Provinz Quebec statt, das von Uneinigkeiten bei Wirtschaftsfragen überschattet wurde. Konkret zeigten sich mehrere Länder bezüglich der von Washington eingeführten Strafzölle auf bestimmte Waren enttäuscht. Manche bezeichneten das Treffen sogar als „G6+Trump-Gipfel“. US-Präsident Donald Trump hatte die Zusammenkunft vorzeitig verlassen, um zum Treffen mit Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un nach Singapur zu reisen.

    Nach dem G7-Gipfel hatte der kanadische Premier, Justin Trudeau, erklärt, alle Staaten hätten sich auf eine Abschlusserklärung geeinigt. Dem widersprach Trump aber später und weigerte sich, das Dokument zu unterstützen.

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    Tags:
    Strategie, Stahl, Aluminium, US-Strafzölle, Rivalität, Rivale, Konkurrenz, Politik, Wirtschaft, Weltordnung, Welthandel, Welt, Iran, Eurasien, Europäische Union, Europa, EU-Länder, EU, USA
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