19:49 21 Juli 2018
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    Der Chef des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) Hans-Georg Maaßen (Archivbild)

    „Unglaubliche Inkompetenz“: Experte zu Maaßens Vorwürfen gegen Russland

    © AP Photo / DPA/ Kay Nietfeld
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    Der Chef des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, hat Russland abermals Hackerangriffe gegen deutsche Energiebetriebe vorgeworfen, ohne allerdings jegliche Beweise anzuführen. Ein russischer Experte wundert sich über die „Inkompetenz“ der Vorwürfe.

    „Der Modus Operandi ist in der Tat einer von mehreren Indizien, die auf eine russische Steuerung der Angriffskampagne hindeuten“, sagte BND-Chef Maaßen neulich in einem Interview für das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

    Dabei berief er sich auf Informationen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über eine Reihe von Cyberangriffen unter dem Namen „Berserk Bear“. Dabei sollen Hacker in die internen Computersysteme einiger Unternehmen gelangt sein. Erste Warnungen vor solchen Hackerangriffen hatte es schon im Sommer 2017 gegeben. Das BSI beteuerte jedoch, alle Angriffe seien abgewehrt worden.

    Seinerseits hatte sich das BSI an Berichten der britischen und amerikanischen Geheimdienste orientiert, wonach „russische Hacker“ Netzwerkeinrichtungen verschiedener Behörden und Internetanbieter geknackt hätten.

    Russland weist jegliche Vorwürfe vehement zurück. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte schon früher gesagt: „Die westlichen Geheimdienste (…) geben sich absolut keine Mühe, jegliche Argumente zu sammeln. Diese unbegründeten Anschuldigungen sind inzwischen absolut wertlos.“

    Der Chefredakteur der russischen Website „Mobile Communications“, Leonti Bukschtejn, bezeichnete die antirussischen Aussagen des BfV-Chefs als „absolut unbegründet“.

    „Ich hätte eine Frage an den Leiter des deutschen Verfassungsschutzes: Wie haben Sie das erfahren? Es ist sehr schwer, herauszufinden, woher ein Angriff kommt. Man kann sich mit jeder IP-Adresse decken, beispielsweise in Australien sitzen und im Namen Russlands handeln. Es ist ja unglaublich!“, so der Experte gegenüber Sputnik.

    „Erst vor kurzem hatte der Chef irgendeiner amerikanischen Aufklärungsfirma (die Fußballfans – Red.) davor gewarnt, ihre Smartphones nach Russland mitzunehmen, weil Russland angeblich alle ihre Geheimnisse erfahren würde. Und jetzt redet auch sein Kollege aus Deutschland den gleichen Unsinn. Solche Leute stehen an der Spitze von wichtigen Strukturen und machen solche inkompetenten und untauglichen Erklärungen. (…) Sie sollten einmal Fakten anführen“, so Bukschtejn.

    Bei richtigen Profis könnten solche Behauptungen ihm zufolge „nur ein skeptisches Lächeln hervorrufen“.

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    Tags:
    Hackerangriffe, Aufklärung, Vorwürfe, Geheimdienst, Spionage, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, Dmitri Peskow, Deutschland, Russland
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