16:23 23 Oktober 2018
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    Russischer Panzer T-72

    Militärexperte: Noch zu früh, Panzer T-72 abzuschreiben

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    Politik
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    Polen nimmt sowjetische Panzer T-72 wieder bei der Armee in Dienst. Dies meldet die polnische Zeitung „Rzeczpospolita“ am Freitag.

    Militärexperte Alexej Leonkow teilte in einem Interview mit Sputnik mit, über welche Eigenschaften diese Panzer verfügen, und seine Ansicht dazu geäußert, was die polnischen Militärs zu dieser Entscheidung bewogen haben könnte.

    „In Polen gibt es eine noch bestimmte Menge an T-72, die noch zu Zeiten des Warschauer Vertrages dorthin geliefert wurden und einige Zeit Polens wichtigste Panzer gewesen waren, solange es nicht zu Nato-Standards wechselte. Sie (die Polen – Anm. d. Red.) wollten sie aussortieren, um modernere Technik aus den Nato-Ländern zu bekommen. Der Panzer selbst ist gut, er hat sich im derzeitigen Militärkonflikt auf syrischem Territorium bewiesen. Er ist der Hauptpanzer der syrischen Armee, die mit seiner Hilfe die Territorien von den Terrorkämpfern befreit. (…) Dieser Panzer überwindet jegliche Hindernisse, auch unter Wasser – dafür gibt es eine Sonderausrüstung (an Bord – Anm. d. Red.). Mit anderen Worten ist das ein universeller Panzer, der noch zu früh abzuschreiben ist“, sagte Alexej Leonkow.

    Darüber hinaus ist es für die Polen vorteilhafter, alte sowjetische Panzer zu modernisieren, als bei den Nato-Ländern neue zu kaufen.

    „Auf diese Weise wird klar, dass diese Frage für die Polen ziemlich brisant ist – von den Nato-Ländern bekommen sie nicht genug Technik, und der Panzer T-72 ist zuverlässig. Ihn zu modernisieren, ist billiger, als neue Panzer in den USA oder Frankreich, Deutschland und Großbritannien zu kaufen. Wahrscheinlich hat das polnische Militärkommando darüber nachgedacht und kalkuliert, wie viel Geld es in der Staatskasse für die Entwicklung von Panzertechnik gibt, und daher diese Entscheidung getroffen“, schloss der Experte.

    Der Leiter der polnischen Agentur für Militäreigentum, Krysztof Falkowski, bestätigte diese Informationen nur teilweise. Allerdings sprach er von einem nordafrikanischen Staat, an den die Panzer verkauft werden sollten: „Wir reagieren auf die Bedürfnisse der Streitkräfte. Ich kann nur bestätigen, dass der Deal, der mit einem nordafrikanischen Land geplant gewesen war, vorübergehend eingestellt wurde.“

    Die polnische Armee verfügt zurzeit über Panzer des Typs PT-91 Twardy aus polnischer Produktion sowie über Leopard 2A4 und 2A5 aus deutscher Produktion.

    Der polnische Militärexperte Wojciech Luczak führt Warschaus Entscheidung, an den Panzern festzuhalten, auf die Aufstockung des Militärs zurück: „Polen hat beschlossen, eine neue schwere Panzerdivision zu bilden und das Potenzial der mechanisierten Infanterie an der Ostfront des Landes zu erhöhen. Momentan haben wir keine andere Möglichkeit, um die neuen Panzerbrigaden schnell und relativ kostengünstig auszurüsten.“

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    Tags:
    Modernisierung, Sonderausrüstung, abschreiben, Panzer T-72, syrische Armee, Warschauer Vertrag, Sputnik, NATO, polnische Zeitung „Rzeczpospolita, Wojciech Luczak, Krysztof Falkowski, Alexej Leonkow, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, USA, Polen, Russland