17:36 21 Juli 2018
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    Arkadi Babtschenko

    “Auferstandener” Journalist Babtschenko beschwert sich über Leben im Bunker

    © Sputnik / Ruslan Krivobok
    Politik
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    Der russische Journalist Arkadi Babtschenko hat auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt, dass sich sein Leben nach der Inszenierung seines Mordes durch die ukrainischen Geheimdienste stark verändert habe und mit zahlreichen Einschränkungen belastet sei.

    „Ich darf jetzt nichts. Ich kann nicht auf die Straße gehen, kann mich nicht nach meinem Wunsch mit Menschen treffen, kann nicht irgendwo hinfahren und nicht das tun, was ich will. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht in einem Café mit Freunden zusammensitzen kann, kann ich nicht einmal einen Kaufladen besuchen. Man versorgt mich mit Essen. Jeder Ausflug in die Stadt ist eine Sonderoperation“, lamentiert Babtschenko.

     

    Ihm zufolge wurde seine Familie aus Russland gebracht. Er und seine Angehörigen „leben jetzt in einem Bunker und halten sich vor bestellten Mördern versteckt“.

    „Ich kann mir nicht vorstellen, was weiter kommt. Wo und wie ich weiter leben soll und wie mein Kind weiter leben und welche Schule es besuchen wird. (…) Es ist nichts vorbei“, so Babtschenko.

    Ende Mai hatten ukrainische Medien und später auch die Behörden des Landes mitgeteilt, dass Arkadi Babtschenko im Treppenhaus vor seiner Wohnung erschossen worden sei. Der ukrainische Premier Wladimir Groisman beschuldigte Moskau des „Mordes“. Daraufhin sagte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, dass der Kreml diese Anschuldigung als „Gipfel des Zynismus“ und „russenfeindliche Drescherei“ einstufe.

     

    Gleich am nächsten Tag erschien Babtschenko persönlich in einer Pressekonferenz des Geheimdienstes SBU. Wie der Chef der Behörde, Wassili Grizak, vor der Presse erklärte, sei die Information über den Mord des Journalisten Teil einer Sonderoperation gewesen, die darauf abgezielt gewesen sei, ein Attentat auf den Journalisten zu verhindern.

    Die Inszenierung wurde sowohl in Russland als auch im Westen vielfach kritisiert. Der Generalsekretär der „Reporter ohne Grenzen“, Christophe Deloire, hat seine Empörung darüber geäußert, dass die ukrainischen Geheimdienste den Journalistenmord inszeniert hätten, um einen Informationskrieg zu führen.

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