07:16 20 Juli 2018
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    Tiraspol, the capital of Transdniestr

    Transnistrien lehnt Abzug russischer Friedenstruppen ab

    © AFP 2018 / DANIEL MIHAILESCU
    Politik
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    Nach der Forderung der UN-Generalversammlung an Russland, seine Friedenstruppen aus Transnistrien abzuziehen, hat das Außenministerium der nicht anerkannten Republik dazu Stellung genommen. Tiraspol sprach sich entschieden gegen den von Chisinau geforderten Abzug aus.

    „Die russischen Soldaten in Transnistrien erfüllen ausschließlich Aufgaben zur Gewährleistung des nachhaltigen Friedens und der Sicherheit. Es gibt keine anderen Streitkräfte Russlands auf dem Territorium der Republik Transnistrien außer den russischen Friedenstruppen“, hieß es in einer Erklärung auf der Webseite der Behörde.

    Es blieben keine Zweifel daran, dass die moldawische Seite sich von Ideen der Vergeltung leiten ließe und das erfolgreiche Friedensstifter-Format zerstören wolle, um die russischen Soldaten zu verdrängen. Ein Abzug der russischen Truppen sei nur nach einer endgültigen Regelung des Konflikts zwischen Transnistrien und Moldawien möglich.

    Am 22. Juni hatte Moldawien der UN-Generalversammlung einen Resolutionsentwurf zur Abstimmung vorgelegt. In dem Dokument wurde Moskau aufgefordert, die Operative Gruppe russischer Truppen und Waffen aus Transnistrien abzuziehen. 64 Staaten stimmten dafür, 14 waren dagegen. Weitere 83 Staaten enthielten sich der Stimme.

    Transnistrien ist der östlich des Dnjestrs gelegene Teil Moldawiens. Nach der Unabhängigkeit Moldawiens im Jahr 1991 erklärte auch das mehrheitlich von Russen und Ukrainern bewohnte Transnistrien seine Unabhängigkeit, da eine Eingliederung Moldawiens in Rumänien im Gespräch war. Der Streit mit der moldauischen Regierung mündete in einen militärischen Konflikt, der durch die Vermittlung Russlands beigelegt werden konnte. Heute ist Transnistrien (offiziell "Transnistrische Moldauische Republik") de facto ein autonom agierender, international aber nicht anerkannter Staat innerhalb Moldawiens.

    Die internationalen Friedenskräfte sichern seit 1992 den Waffenstillstand in Transnistrien, dessen Bevölkerung bei einem Referendum 2006 mehrheitlich für die Unabhängigkeit des Gebietes stimmte. Das Friedenskontingent besteht aus 385 russischen, 403 moldauischen und 411 transnistrischen Soldaten sowie zehn Militärbeobachtern aus der Ukraine.

     

    Tags:
    Soldaten, Abzug, Forderung, Militär, Friedenstruppen, UN-Generalversammlung, Uno, Chisinau, Moldawien, Transnistrien
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