17:34 21 Juli 2018
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    US-Schriftstellerin: USA müssen für „Befreiung“ Rakkas zahlen

    © AFP 2018 / Medienzentrum von Rakka
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    Bei der Bombardierung der syrischen Stadt Rakka hat die US-Koalition nicht mit den zahlreichen getöteten Zivilisten und der Zerstörung der Stadt gerechnet. Jetzt müsse Washington Entschädigungen an die Bevölkerung zahlen und die Stadt wiederaufbauen, schreibt „Guardian“-Autorin Molly Crabapple.

    Anfang des Monats veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, der belegt, dass die US-geführte Koalition während der letzten Offensive gegen den „Islamischen Staat“* in Rakka Kriegsverbrechen begangen habe.

    Das Lesen dieses Dokuments sei „grauenvoll“, so Crabapple.

    „39 Mitglieder einer einzigen Familie wurden getötet. Ein Vater musste den Bitten seiner unter den Trümmern vergrabenen Kinder zuhören, als sie langsam verdursteten. Eine zerstörte Stadt. Hunderte, vielleicht Tausende von Zivilisten gestorben, und nicht die 21 Menschen, die das US-Militär spöttisch gemeldet hatte“, führt Crabapple Daten aus dem Bericht an.

    Mehr zum Thema: "Mögliche Kriegsverbrechen": Amnesty International über US-Bombardements in Rakka>>>

    Der Autorin zufolge ist es nicht überraschend, dass die US-Medien dieser Geschichte fast keine Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Selbst die Mehrheit der amerikanischen Antikriegsbewegungen habe die Opfer des Kampfes gegen die Islamisten ignoriert.

    „Der IS verfolgte die Amerikaner einst in ihren Albträumen. ‚Bomben Sie den IS‘, verlangten sie. Jetzt gehen die USA weiter und kümmern sich kaum um die Ruinen, die nach diesen Bombenangriffen zurückbleiben“, erörtert Crabapple.

    Laut Angaben von Menschenrechtlern wurden beim Angriff auf Rakka allein in den letzten vier Monaten zwischen 1.400 und 2.000 Zivilisten getötet. Die Stadt selbst sei zu 90 Prozent zerstört worden.

    Allerdings hätten sich die USA dafür nie entschuldigt. Im März legte die Trump-Regierung eine Zahlung von 200 Millionen Dollarn für die Stabilisierung der IS-kontrollierten Regionen auf Eis.

    „In Rakka gibt es keine Elektrizität, kein Wasser. Der beliebteste Job ist das Trümmerräumen. Sogar Kinder nehmen an dieser gefährlichen Tätigkeit teil.“

    Die Einwohner der Stadt hätten zahlreiche Verlustmeldungen eingereicht, aber das zentrale Kommando der US-Armee habe praktisch alle von ihnen zurückgewiesen.

    „Die USA versprachen eine Kampagne zur Zerstörung des IS und zerstörten dabei Rakka. Jetzt müssen sie für die Wiederherstellung der bombardierten Stadt zahlen und Reparationen an die Familien der Tausenden von Zivilisten leisten, die von ihnen getötet wurden. Alles andere würde bedeuten, dass die ‚Befreiung‘ von Rakka ein weiterer Verrat ist, den die Welt Syrien aufgebürdet hat“, resümiert Crabapple.

     

    *Eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

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    Tags:
    Verantwortung, Bombenanschlag, Entschädigung, Kriegsverbrechen, IS, Amnesty International, The Guardian, Molly Crabapple, USA, Rakka, Syrien
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