13:43 21 Juli 2018
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    Russische Militärbasis  in Arktis

    „Kein Spiel“: Russisches Parlament wirft USA Eskalierung der Lage um Arktis vor

    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium
    Politik
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    Der Vizechef des Außenausschusses des russischen Unterhauses Alexej Tschepa und der stellvertretende Chef des Verteidigungsausschusses des Oberhauses Jewgeni Serebrennikow haben auf die Äußerungen des US-Verteidigungsministers James Mattis über die Stärkung der US-Positionen in der Arktis reagiert.

    „Für uns ist das kein Spiel, das sind Gebiete, die an unser Land grenzen. Und wir haben dort immer  Arbeiten durchgeführt und werden diese auch immer durchführen", sagte Tschepa gegenüber Sputnik. Eine weitere Eskalierung der Lage verhindere eine friedliche Lösung zur Erschließung der Arktis.

    Zuvor hatte Mattis geäußert, Amerika müsse „sein Spiel in der Arktis bestimmt auf ein neues Level anheben". Ein Teil dieser neuen Politik könne die erhöhte Präsenz der US-Küstenwache in der Region sein.

    Dennoch werde Russland imstande sein, sich selbst sowie seine Interessen in der Region zu schützen, betonte er.

    „Wenn wir von Eisbrechern sprechen, dann sind wir heutzutage das einzige Land, das atomgetriebene Eisbrecher hat. Wir werden unsere Arbeit in dieser Richtung fortsetzen, weil dies ausschließlich unsere wirtschaftlichen Interessen sind", so der Politiker.

    „Es ist für Russland bereits seit mehreren Jahren offensichtlich, dass unsere Partner — und im Grunde genommen unsere Widersacher — sich aktiv in der Arktis festsetzen werden", sagte der Vizechef des Verteidigungsausschusses des russischen Oberhauses Jewgeni Serebrennikow gegenüber Sputnik. Deshalb werde Russland der Stärkung der USA in der Arktis entgegenwirken, unter anderem durch das Schaffen von Militärbasen und Befestigungsanlagen in der Region.

    Allerdings zeigte sich Serebrennikow zuversichtlich, dass die USA ihre Aktivitäten in der Arktis im Rahmen des Völkerrechts unternehmen würden: „Wir hoffen darauf, dass die Vernunft doch die Oberhand gewinnen wird und unsere Opponenten nicht das Bärenfell aufteilen werden, bevor er erlegt ist, dass alles also im Rahmen des Völkerrechts getan werden wird", sagte er.

    Russland hatte in den letzten Jahren mit einer aktiven wirtschaftlichen Erschließung seiner nördlichen Territorien begonnen. Dazu kommen sowohl die Öl- und Gasförderung in der Arktis als auch die Entwicklung des nördlichen Seeweges, der immer mehr zu einer Alternative für die traditionellen Handelsrouten von Europa nach Asien wird. Eine ganze Reihe von Maßnahmen, die unter anderem einen militärischen Charakter haben, soll die russischen Interessen in der Arktis schützten, angesichts der erhöhten Aufmerksamkeit, die die Nato-Länder für die Region zeigen.

    Zuvor hatten US-Militärs bekanntgegeben, Möglichkeiten für die Abschreckung Russlands in der Arktis zu prüfen. Russland wies die Vorwürfe zurück, die Arktis zu militarisieren, und kündigte an, sich für Reaktion auf mögliche Gefahren vorzubereiten.

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    Tags:
    Interessen, Erschließung, Staatsduma, Föderationsrat, Jewgeni Serebrennikow, Aleksej Tschepa, James Mattis, Arktis, USA, Russland