02:38 23 Januar 2019
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    Chinas Staatschef Xi zu US-Managern: In unserer Kultur schlagen wir zurück

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    Andreas Peter
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    © Sputnik .

    Mit einer für chinesische Gepflogenheiten ungewohnt harschen Formulierung hat Chinas Staatschef Xi US-Konzernchefs mitgeteilt, sein Land werde sich gegen weitere Strafzölle der USA wehren. In den USA wurde die Bemerkung von Xi umgehend als Kampfansage aufgefasst, die man in bestimmten Kreisen in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hat.

    Nicht nur in China, sondern in Asien ganz allgemein gilt es als extrem unhöflich, einem Gesprächspartner eine Missbilligung direkt ins Gesicht zu sagen. Chinesen lächeln ihre Kritik oder Ablehnung im Allgemeinen einfach weg und handeln dann lieber. Vielleicht lässt sich dadurch besser einordnen, wie die Äußerung von Chinas Staatschef Xi Jinping gemeint gewesen sein könnte, die das New Yorker „Wall Street Journal“ (WSJ) jetzt verbreitete.

    US-Präsident Donald Trump
    © REUTERS / Kevin Lamarque
    Demnach habe Xi in Anwesenheit hochrangiger Manager diverser US-Konzerne zum Erstaunen derselben den Satz von sich gegeben: „Im Westen gibt es die Neigung, die rechte Wange hinzuhalten, wenn jemand auf die linke geschlagen hat. In unserer Kultur schlagen wir zurück.“ Alleine dass Xi derartiges von sich gab, mit feinstem chinesischen Lächeln vermutlich, zeigt, wie genervt Peking vom Kurs des derzeitigen Hausherren im Weißen Haus zu sein scheint, wenn man sich eine solche Blöße gibt, denn unhöflich zu sein, heißt in Asien, sein Gesicht zu verlieren.

    Wie China konkret zurückschlagen kann und will, darüber rätseln nun nicht nur die Beobachter in den USA. Denn China wird sich vermutlich hüten, die US-Ökonomie frontal anzugreifen, obschon Peking dazu in der Lage wäre. Aber da Chinas Währungsreserven nach wie vor maßgeblich in US-amerikanischen Staatspapieren angelegt sind, hat China ein hohes Eigeninteresse, einen Handelsstreit mit den USA nicht ohne Not eskalieren zu lassen.

    Das Folterinstrument erster Wahl, das China jederzeit anwenden kann, ist der Zugang zum gewaltigen Konsumentenmarkt. Und wenn man weiß, dass der Autobauer General Motors zum Beispiel deutlich mehr Autos in China als auf dem Heimatmarkt verkauft, dass der Umsatz von Apple in ganz erheblichem Maß vom Verkaufserfolg des I-Phone in China abhängt, dann verstehen auch Nichtökonomen, dass China über sehr subtile Waffen gebietet.

    Insofern heißt „Zurückschlagen“ auf Chinesisch und im Verständnis von Xi Jinping wahrscheinlich, höflich lächelnd und sich verbeugend einfach eine Tür zu schließen oder Hahn zuzudrehen, statt vor laufenden Kameras Sanktionsanordnungen mit großem Pathos zu unterschreiben.

    Tags:
    US-Strafzölle, Strafzölle, Gegenschlag, Unternehmen, Handelskrieg, Wirtschaft, The Wall Street Journal, Xi Jinping, Asien, Westen, USA, China
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