Widgets Magazine
12:41 13 November 2019
SNA Radio
    Politik

    Trump schickt seinen beißwütigsten Falken – John Bolton in Moskau

    Zum Kurzlink
    Von
    2810185
    Abonnieren
    © Sputnik .

    Der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten, John Bolton, hat in Moskau politische Gespräche geführt. Sie sollen auch der Vorbereitung eines Treffens zwischen den Präsidenten der USA und Russlands dienen. Mit den Beziehungen zwischen den beiden Staaten steht es nicht zum Besten. Ist John Bolton in dieser Lage ein Botschafter der Hoffnung?

    Dass ausgerechnet John Bolton nach Moskau entsandt wurde, ist ganz gewiss kein Zufall. Auch wenn Bolton Nationaler Sicherheitsberater und damit einer der wichtigsten Assistenten des derzeitigen US-Präsidenten ist. Vordergründig soll Boltons Russland-Visite ja der Vorbereitung eines Treffens zwischen seinem Dienstherren und dem russischen Präsidenten dienen. Das aber hätte gewiss auch ein anderes Mitglied aus dem präsidialen Mitarbeiterstab leisten können.

    Boltons Entsendung deutet vielmehr auf den Wichtigkeitsgrad hin, den das Weiße Haus der geplanten Begegnung der beiden Präsidenten beimisst. Genau dieser Wichtigkeit wegen, deutet einiges darauf hin, dass Boltons Erscheinen in Moskau vor allem anderen die Demonstration einer Richtungsentscheidung ist. Politisch wie atmosphärisch.

    Denn Bolton, der bereits unter den Präsidenten Reagan und Bush Junior diente, hat sich vor allem in der Administration des Letztgenannten den Ruf eines Ultra-Hardliners erworben, der keinerlei Rücksicht auf Empfindlichkeiten oder diplomatische Formulierungen nimmt, der internationale Organisationen hasst, weil er der Ansicht ist, dass internationale Regeln die USA nur behindern, ihre von imperialen Interessen geleitete Politik umzusetzen. Bolton gilt als Verfechter von so genannten Koalitionen der Willigen, die ausdrücklich an der UNO vorbei operieren. Bolton gilt auch als die treibende Kraft für die Präventivkriegsstrategie von Präsident Bush. John Bolton ist mitverantwortlich für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Irak.

    Bolton gilt als eiskalter Stratege, der keinerlei Skrupel kennt, auch angebliche oder tatsächliche Verbündete vor den Kopf zu stoßen und deren Interessen zu ignorieren. So geschehen zuletzt mit der Aufkündigung des internationalen Iran-Atomabkommens, das Bolton abgrundtief hasst, weil er seit Jahren einem Regimechange in Teheran das Wort redet.

    Bolton ist deshalb ein unmissverständliches Signal an Moskau, für die vermeintliche oder tatsächliche Willensstärke und Entschlossenheit Washingtons. Sprich, der derzeitige US-Präsident mag zwar für die erneute Erweiterung des G7-Formats durch Russland plädieren, er mag sich für ein besseres Verhältnis zu Russland einsetzen und damit seine europäischen Verbündeten in tiefe Ratlosigkeit und Nervosität stürzen. Aber Bolton dürfte doch eher die deutliche Warnung an Moskau sein, wenn du, Russland, deine Interessen nicht knallhart vertrittst, wir, die USA werden es in jedem Fall tun.

    Tags:
    Präsident, Treffen, Gipfel, Sicherheitsberater, Moskau-Besuch, G7, Weißes Haus, Wladimir Putin, Donald Trump, John Bolton, Moskau, Russland, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Mehr Videos

    • Sturmgewehre von Heckler und Koch bei Bundeswehr-Soldaten (Archivbild)
      Letztes Update: 11:45 13.11.2019
      11:45 13.11.2019

      Deutsche Rüstungsexporte wieder fast auf Rekordhoch

      Die Bundesregierung hat in den ersten zehn Monaten dieses Jahres Rüstungsexporte im Wert von 7,42 Milliarden Euro genehmigt. Das ist schon fast so viel wie im Rekordjahr 2015, als die große Koalition Ausfuhren von Waffen und anderen Rüstungsgütern für 7,86 Milliarden Euro erlaubte.

    • US-Panzer, die in der litauischen Stadt Pabrade stationiert sind
      Letztes Update: 11:15 13.11.2019
      11:15 13.11.2019

      Mit „Eisernem Wolf“ Russen abschrecken: Was hat Nato-Übung in Litauen mit Faschisten zu tun?

      Von

      In der litauischen Stadt Pabrade läuft seit Montag die aktive Phase der Militärübungen „Eiserner Wolf 2019 – II“. Neben zehn Nato-Partnern Litauens ist auch Deutschland dabei. Nichts Besonderes, wenn man nicht mitbekommt, dass eine litauische faschistische bewaffnete Gruppe in den 30er Jahren genauso hieß. Ein Zufall?

    • Ein Raketensystem vom Typ S-400 (Archiv)
      Letztes Update: 11:06 13.11.2019
      11:06 13.11.2019

      Russische Soldaten wehren Übungsangriff auf S-400-Raketenabwehrtruppe ab

      Militärübung in Zentral-Russland: Die Armee spielt ein Szenario durch, bei dem ein wichtiger Flugabwehrraketenstandort urplötzlich vom Feind angegriffen wird. Die Soldaten müssen ihre Waffensysteme verteidigen und anschließend noch einen simulierten Raketenangriff abwehren.

    • Rechte Demo gegen Islamisierung in Berlin-Neukölln (Archivbild)
      Letztes Update: 10:59 13.11.2019
      10:59 13.11.2019

      „Rechte Terror-Serie“ in Berlin-Neukölln?: Linke contra AfD und FDP

      Von

      Medien berichten über „rechtsextreme Anschlagsserien“ in Berlin-Neukölln. „Keine ‚Terror-Serie‘“, so FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe. „Taten sind zu verurteilen, das Problem ist aber komplexer“, sagt Innenexperte Karsten Woldeit (AfD) im Sputnik-Interview. Beide Politiker sind schon Opfer von Beleidigungen und Hausfriedensbruch gewesen.