11:00 22 Oktober 2018
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    Journalist Pawel Scheremet ist bei der Explosion eines Autos in Kiew ums Leben gekommen, 2016

    Ukraine ist Land Nr.1 in Journalisten-Bedrängung – EJF

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    Die Europäische Journalisten-Föderation (EJF) hat Kiew wegen der Sicherheitslage für Journalisten in der Ukraine scharf kritisiert. Der Generalsekretär der Organisation, Ricardo Gutierrez, nannte die Ukraine den „Top-Staat“, wo Journalisten eingeschüchtert und diskriminiert werden. Darüber schreibt die Online-Zeitung „strana.ua“.

    EJF-Angaben zufolge geschehen 14 Prozent aller Verbrechen gegen Journalisten in der Alten Welt in der Ukraine. Die Durchschnittszahl solcher Verbrechen in Europa liege dabei bei nur vier Prozent, sagte Gutierrez in Kiew auf einer OSZE-Konferenz

    Außerdem gehöre die Ukraine zu den zehn Ländern des europäischen Kontinents, in denen immer noch Journalisten ermordet werden. Laut der Statistik für die vergangenen vier Jahre seien zwei Morde von insgesamt 23 Fällen in der Ukraine gemeldet worden. Der Ex-Sowjetstaat stehe auch auf der Liste der Top-Vier-Staaten, in denen Journalisten regelmäßig festgenommen werden. 

    Der EJF-Generalsekretär kritisierte außerdem die „Sprache des Hasses und der Einschüchterung“, in der die Staatsführung in Kiew mit Pressemitarbeitern spreche. 

    Gutierrez erwähnte auch die Inszenierung des Mordes an dem Journalisten Arkadi Babtschenko. „Die ukrainischen Machthaber haben bislang nicht erklärt, wozu dies notwendig war. (…) Klar ist nur Eines – die Ukraine hat das Vertrauen zu ihr ernsthaft zerrüttet. Das war eine verantwortungslose Aktion“, sagte Gutierrez. Er verurteilte diese Inszenierung als „Manipulation der öffentlichen Meinung“ und „Respektlosigkeit gegenüber allen tatsächlich ums Leben gekommenen Journalisten“.

     

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    Tags:
    Bedrängung, Hass, Einschüchterung, Diskriminierung, Mord, Journalisten, OSZE, Europäische Journalisten-Föderation IFJ, Ricardo Gutiérrez, Kiew, Ukraine