20:27 19 Oktober 2018
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    Menschen beobachten Sonnenuntergang in Sewastopol (Symbolbild)Zwei junge Frauen in Sewastopol

    Vier Jahre Beitritt zu Russland: Krim-Bewohner geben Probleme zu

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    Vier Jahre nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland ist ein Reporter der Zeitung Ukraina.ru. mit einer Kamera durch Sewastopol, die größte Stadt der Halbinsel, gelaufen und hat den Bürgern eine einzige Frage gestellt: Stimmt es, dass in der ukrainischen Krim das Leben besser war? Ein Satz, den ukrainische Journalisten gerne wiederholen.

    Für eine überwiegende Mehrheit der Sewastopoler sieht die Realität jedoch anders aus: Die meisten wollen deutliche Verbesserungen in ihrer Stadt in den zurückliegenden vier Jahren gespürt haben. Doch einige sehen auch Probleme.

    „Wenn man in einem Haus lange nicht Zeit aufräumt, verkommt es. Das erlebten wir in der Ukraine (…) Jetzt wird in unserer Stadt wieder Ordnung geschaffen“, sagt eine Seniorin. Ihr Mann nickt zustimmend.

    „Für mich war es unter der Ukraine eindeutig schlimmer: Wir waren wie unter einer Besatzung. Unsere Kinder durften nicht auf die Hochschule gehen, weil sie des Ukrainischen nicht mächtig sind. Überall war Müll“, sagt eine weitere Frau.

    Ein anderer Mann sagt, er möchte nicht so gerne gefilmt werden. Ihm gehe jetzt generell besser als in der Ukraine, besonders weil er jetzt im öffentlichen Verkehr nicht mehr zwangsläufig das Ukrainische gebrauchen müsse. Doch es habe auch eine gute Sache gegeben: „Man brachte Lebensmittel aus der Ukraine hierher, die nicht so teuer waren“.

    Für zwei junge Studienbewerberinnen, die im Sommer als lebende Skulpturen arbeiten, sind vor allem die Straßen besser geworden.
    Es gibt auch kritische Stimmen: Ein Senior sagt, Benzin sei zu teuer geworden, es mangle an Gas. Generell sei er jedoch zufrieden. Ein weiterer Mann bemängelt einen zu steilen Anstieg der Preise nach dem Beitritt zu Russland.

    Die Krim war im März 2014 – nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte.

    Rund einen Monat davor war es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu einem nationalistischen Umsturz gekommen. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim weiterhin als ihr Hoheitsgebiet und setzt die dortige Bevölkerung mit Sanktionen und Blockaden unter Druck. Auch die USA und ihre EU-Partner erkennen das Krim-Referendum nicht an und bezeichnen den beitritt der Insel zu Russland als „Annexion“.

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    Tags:
    Krim, Russland, Ukraine