11:48 17 Juli 2018
SNA Radio
    Schwedisches Team nach dem Sieg gegen Mexiko, Russland, 2018

    Fußball-WM in Russland: Schweden gibt „Boykott“ auf

    © Sputnik / Alexej Filippow
    Politik
    Zum Kurzlink
    1442146

    Trotzt geplanten Boykotts werden Vertreter der schwedischen Regierung doch eine Russland-Reise unternehmen, um ihre Nationalmannschaft bei der Fußball-WM zu unterstützen. Das sagte die Außenministerin des Landes, Margot Wallström, im Gespräch mit der Zeitung „Aftonbladet“.

    Stockholm habe diese Entscheidung nach Konsultationen mit anderen europäischen Staaten, darunter mit Großbritannien und Dänemark, getroffen. Außerdem haben die Schweden es ins Play-off geschafft, was eine mögliche Russland-Reise aktueller gemacht habe.

    „Wir denken, dass es wichtig ist, in der derzeitigen Situation unser Team zu unterstützen. Und wir haben diese Entscheidung getroffen, nachdem wir dies unter anderem mit Dänemark besprochen haben“, zitiert die Zeitung die Ministerin. 

    Es sei aber noch nicht bekannt, wer konkret reisen werde. Es gebe „die ganze Regierung“ an Freiwilligen. Wie die Ministerin weiter sagte, stehe diese Entscheidung mit den früheren Erklärungen über ein Boykott der Spiele in Russland „keineswegs im Widerspruch“. Es sei ja nur um die Eröffnung des Sportfestes gegangen, um die Solidarität mit London in Bezug auf die Situation um die Vergiftung des britisch-russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal zu zeigen, hieß es.

    Zuvor hatte die schwedische Sportministerin Annika Strandhäll beteuert, dass schwedische Regierungsvertreter das Turnier nicht besuchen würden. „Es wird keine offizielle Teilnahme sowohl an der Eröffnungszeremonie als auch an den geplanten Spielen geben“, zitierte Sputnik International die Ministerin. 

    Zuvor hatte auch die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg einen misslungenen Boykott der WM in Russland erörtert – nur Offizielle aus Großbritannien und Island sollen auf eine Russland-Reise zur WM verzichtet haben. Wie aber der britische Außenminister Boris Johnson nach dem Beginn der Spiele sagte, hat London niemals einen Boykott geplant. 

    Der Eröffnungszeremonie wohnten Fifa-Präsident Gianni Infantino sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs bei – aus Abchasien, Aserbaidschan, Armenien, Weißrussland, Bolivien, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Moldawien, Panama, Paraguay, Ruanda, Tadschikistan, Usbekistan und Südossetien. 

    Mehr zum Thema: DFB-Team dankt Russland

    Unter den Gästen waren auch der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman al Saud und das protokollarische Staatsoberhaupt Nordkoreas Kim Yŏng-nam. Das Spiel der japanischen Nationalmannschaft hatte Prinzessin Hisako von Takamado besucht. Das war der erste Besuch eines Mitglieds der japanischen Königsfamilie seit mehr als hundert Jahren.

    Nach Einschätzungen des russischen Außenministeriums sind mehr als zwei Millionen Fans nach Russland gekommen, um ihre Lieblingsmannschaften zu unterstützen.

    Zum Thema:

    Bitte, was?! „Discofoot“: neue Sportbewegung ist da! – VIDEO
    „Forbes“ offenbart: So wird Russland von WM 2018 profitieren
    Fantastische WM 2018 als „wunderbare Werbung für Russland“
    „Verdient ausgeschieden“: Bundestrainer Löw nennt Gründe für WM-Pleite
    Tags:
    Reise, Fans, Besuch, Boykott, Fußball-WM 2018, FIFA, Prinzessin Hisako von Takamado, Kim Yong-nam, Gianni Infantino, Margot Wallström, Mohammed bin Salman al-Saud, Boris Johnson, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren