18:45 17 Oktober 2018
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    Jalta auf der Krim, Russland

    Ukrainischer Politiker behauptet: Kiew kam Krim-Beitritt zu Russland gerade recht

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    Politik
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    Der Ex-Abgeordnete der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) und Autor der sogenannten „Friedensplans“ für Russland und die Ukraine, Andrei Artemenko, hat den Grund genannt, warum die Ukraine die Krim verloren hat.

    „Ich bin davon überzeugt, dass wir die Krim nur deshalb verloren haben, weil die heutigen machthabenden Behörden mit allem Möglichem beschäftigt waren wie zum Beispiel der  Aufteilung der Portefeuilles und  der Bildung von Geldströmen, nur nicht mit  dem Schutz unserer Integrität und unseres Territoriums“, sagte der Politiker in einem Interview mit dem ukrainischen TV-Sender Zik.

    Wie Artemenko ferner betonte, haben die ukrainischen Behörden von der Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland profitiert, weil sie Kiew ermöglichte, die Oppositionswähler loszuwerden.

    „Natürlich würden sie (Krim-Bewohner — Anm.d.Red.) andere politische Kräfte wählen. Das war vorsätzliche kriminelle Inaktivität", unterstrich er.

    Anfang Mai war Artemenko aufgrund eines Erlasses von Präsident Petro Poroschenko die ukrainische Staatsangehörigkeit entzogen worden.

    Zuvor hatte die amerikanische Zeitung „The New York Times“ berichtet, Artemenko habe einen „Friedensplan“ für Russland und die Ukraine entworfen und ihn dem vor kurzem zurückgetretenen Ex-Berater des US-Präsidenten Donald Trump, Michael Flynn, überreicht. Der Plan sah dem Blatt zufolge den Abzug aller angeblich in der Ost-Ukraine befindlichen russischen Streitkräfte vor. Außerdem solle in der Ukraine ein Referendum zur Verpachtung der Krim an Russland abgehalten werden. Der Kreml wusste laut dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, jedoch nichts von diesem Plan.

    Die Krim war im März 2014 – nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte.

    Rund einen Monat zuvor war es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu einem nationalistischen Umsturz gekommen. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim weiterhin als ihr Hoheitsgebiet und setzt die dortige Bevölkerung mit Sanktionen und Blockaden unter Druck. Auch die USA und ihre EU-Partner erkennen das Krim-Referendum nicht an und bezeichnen den Beitritt der Insel zu Russland als „Annexion“.

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    Tags:
    Friedensplan, Andrej Artemenko, Krim, Ukraine