13:09 19 Oktober 2018
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    Mateusz Morawiecki

    Vater von polnischem Premier gibt Sohn wichtigen Rat zu Russland

    © AFP 2018 / Ben STANSALL
    Politik
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    Der Vater des polnischen Premierministers Mateusz Morawiecki und älteste Abgeordnete des Sejm, Kornel Morawiecki, hat einen wichtigen Ratschlag für seinen Sohn in Bezug auf Russland.

    „Ich bin sehr enttäuscht, dass die polnische Regierung, die polnischen Medien und, man könnte auch sagen, die polnischen Eliten die Polen gegen die Russen aufbringen“, sagte Morawiecki in einem Interview für Ria Novosti. Er fügte zugleich hinzu, auch seitens Russlands gebe es solche Versuche.

    Dieser Sachverhalt sei traurig für die „beiden großen Völker“.

    „Unsere beiden Völker haben sehr schwierige historische Schicksale gehabt. Wir haben um Hegemonie gerungen, und Russland hat diesen Kampf gewonnen“, so Morawiecki weiter.

    „Dennoch glaube ich, dass es im Interesse unserer Völker, der Völker Europas und sogar der ganzen Welt ist, die Beziehungen zwischen Polen und Russland zu verbessern. Ich wünsche mir das sehr. Ich weiß nicht, wie das zu erreichen ist, aber ich glaube, dass jeder Schritt und jede Geste wichtig ist.“

    Der Politiker äußerte zudem sein Bedauern darüber, dass Wladimir Putin nach seinem Wahlsieg im vergangenen März keine Gratulation aus Warschau erhalten habe. Die polnische Regierung unterschätze Russlands Bedeutung: Europa brauche das Land aus strategischer Sicht sehr, und Russland brauche Europa.

    „Ich glaube, dass wir Polen, ebenso wir ihr Russen, uns nicht in einem Zustand der Feindseligkeit befinden wollen, sondern uns freundschaftliche Beziehungen wünschen“, betonte der Politiker weiter.

    Abreißen sowjetischer Denkmäler „kleinkariert“

    Der Politiker kritisierte zudem das Abreißen von Denkmälern für sowjetische Soldaten in Polen als „Fehler“ und „kleinkariert“: „Ich war dagegen. Dieser Punkt ist sehr wichtig im Verhältnis zwischen Polen und Russland. Er ist ziemlich symbolisch.“

    Er neige auch nicht dazu, die Befreiung Polens vom Faschismus mit dem späteren Entstehen eines sozialistischen Systems in Verbindung zu bringen: Der Kommunismus habe sich auf die Freiheit Polens zwar sehr negativ ausgewirkt. Doch sein Land hätte sich nicht von allein von den Nazis befreien können.

    Wer Verbrecher verherrlicht, zerstört die eigene Zukunft

    Morawiecki brachte zudem sein Entsetzen über die Verherrlichung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) durch Kiew zum Ausdruck: „Ich finde die Entscheidung, die UPA zu heroisieren, schlecht – diesen Ableger des ukrainischen Nationalismus, der mit Hitler verbunden war und der im Zweiten Weltkrieg sehr grausam, sehr verbrecherisch vorgegangen ist, indem er die Zivilbevölkerung massenweise vernichtet hat.“

    Er könne die Linie der ukrainischen Führung gar nicht nachvollziehen, die zu Ehren dieser „Verbrecher“ Denkmäler errichte. „Wer für Verbrecher Denkmäler errichtet, vernichtet seine eigene Zukunft.“

    Kaczyński: „Mit Bandera kommt ihr nicht in die EU“

    „Der Chef der Partei,Recht und Gerechtigkeit‘, Jarosław Kaczyński, hat es richtig ausgedrückt: Mit Bandera kommt ihr nicht in die EU. Ich stimme ihm an dieser Stelle völlig zu“, fügte der Parlamentarier hinzu.

    Stepan Bandera war ein ukrainischer nationalistischer Politiker und Militärführer. Im Osten der Ukraine, aber auch in Polen, Russland und Israel gilt er als Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher. Im Westen der Ukraine wird er hingegen von vielen als Nationalheld verehrt.

     

     

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    Tags:
    Nationalismus, Denkmäler, Freundschaft, Verhältnis, nationalistische Ukrainische Aufständische Armee UPA, Polens Partei Recht und Gerechtigkeit, Wladimir Putin, Jarosław Kaczyński, Mateusz Morawiecki, Russland, Polen