22:36 18 Oktober 2018
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    US-Präsident Donald Trump und Präsident der Volksrepublik China Xi Jinping

    Handelskrieg mit USA: Chinesische Medien bekommen strenge Anweisung

    © REUTERS / Saul Loeb
    Politik
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    Peking hat die staatlichen Medien in ihrer Berichterstattung über den Handelsstreit zwischen China und den USA stark eingeschränkt. Journalisten dürfen die Kommentare von US-Präsident Donald Trump und anderen US-Vertretern nun erst nach einer Reaktion des chinesischen Handelsministeriums verbreiten.

    An chinesische Medien wurde laut der Webseite „China Digital Times“ ein Schreiben verschickt, in dem eine Reihe von Tabu-Themen bei der Berichterstattung über den chinesisch-amerikanischen Handelskrieg aufgelistet sind. Das Dokument war am Samstag ins Netz durchgesickert.

    „Veröffentlichen Sie keine Kommentare Trumps, der US-Regierungssprecher oder der US-Beamten. Schreiben Sie nichts über US-Medienberichte oder Kommentare über den Handelskonflikt, ohne die Reaktion des Handelsministeriums abzuwarten“, soll es in dem Dokument heißen.

    Laut „Business Insider“ will Peking damit seine Bürger vor Nachrichten über Eskalationen im Handelsstreit schützen.

    „Attackieren Sie nicht Trumps Anstößigkeit. Machen Sie es nicht zu einem Krieg der Beleidigungen“, hieß es weiter.

    Besonders interessant: Journalisten dürfen von nun an über den strategischen Plan Chinas „Made in China 2025“ überhaupt nichts berichten, sonst würden „Konsequenzen“ drohen. Im vergangenen Monat hatte Reuters geschrieben, dass die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua seit dem 5. Juni die Initiative kein einziges Mal erwähnt habe, obwohl der Plan seit Jahresbeginn in den Xinhua-Meldungen 140 Mal vorgekommen sei.

    Bei dem Plan handelt es sich um eine „Initiative zur umfassenden Aufwertung der chinesischen Industrie“:  Die Produktion des Landes soll in die Wertschöpfungskette geführt werden. Zu den Zielen gehört unter anderem die Erhöhung des inländischen Anteils von Kernmaterialien auf 40  Prozent bis 2020 und 70 Prozent bis 2025. Der Plan zielt auf High-Tech-Bereiche einschließlich der Pharmaindustrie ab, die derzeit weitgehend von ausländischen Unternehmen beherrscht wird.

    Der US-Council on Foreign Relations ist der Ansicht, dass dies eine „echte existenzielle Bedrohung für die Technologieführerschaft der USA“ sei.

     

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    Tags:
    Journalisten, Medien, Zensur, Handelskrieg, USA, China