19:48 21 Juli 2018
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    Polizisten in Amesbury

    Neue Salisbury-Vergiftung: Stecken Londons Geheimdienste dahinter?

    © REUTERS / Henry Nicholls
    Politik
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    Der neue Vergiftungsfall in Großbritannien zeugt davon, dass britische Geheimdienste Giftstoffe an eigenen Bürgern testen. Diese Auffassung äußerte der der Abgeordnete des russischen Oberhauses und ehemalige Mitarbeiter des Nachrichtendienstes SWR, Igor Morosow, gegenüber Sputnik.

    Am Mittwochmorgen hatte die Polizei in der englischen Grafschaft Wiltshire in der Stadt Amesburyry nahe Salisbury einen „ernsthaften Vorfall" mitgeteilt. Zwei Menschen sollen „unter dem Einfluss einer unbekannten Substanz" in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden sein.

    „Die Lage in Salisbury zeugt davon, dass britische Geheimdienste Giftstoffe weiter an Bürgern testen", sagte er. Die „politische Provokation gegen die Skripals" sei der erste Vorfall in dieser Reihe gewesen, fügte er hinzu.

    Morosow zeigte sich sicher, dass diese Vergiftungsfälle in Salisbury auf das Austreten von Giftstoffen im Zentrum für Chemiewaffenforschung in Porton Down zurückzuführen seien.

    „Das Labor hat Versuchspartien von Giftstoffen hergestellt und wird das auch weiter tun. Der Dschinn ist bereits raus aus der Flasche", so Morosow.

    Die Vergiftung von Menschen würde mit einer bestimmten Häufigkeit passieren und habe bereits das Niveau von kriminellen, nicht politischen Auseinandersetzungen erreicht.

    Die britische Premierministerin Theresa May werde also „mehrmals bedauern", dass sie sich bei der Causa Skripal von den Geheimdiensten am Gängelband habe führen gelassen: Der Appetit der Geheimdienste sei schon nicht mehr zu stillen, denn sie hätten gesehen, wie das in der Praxis funktioniere:

    „Das ist bereits ein Geschäft, das ist eine Ware, die auf den kriminellen Märkten verkauft wird. Geheimdienste, Wissenschaftler, Militärs, alle, die an der Entwicklung von Giftstoffen teilnehmen", sagte er.

    Allerdings sei eine derartige Vorgehensweise gefährlich — nicht nur für Großbritannien, sondern auch für Europa und die ganze Welt, warnte Morosow. Denn es gebe nichts Geheimes, das nicht bekannt werde und an den Tag komme: „Die Welt wird schaudern, sobald sie die ganze Wahrheit erfährt."

    Anfang März waren in Salisbury der Ex-Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden.

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    Tags:
    Geheimdienste, Vergiftung, Igor Morosow, Salisbury, Amesbury, Russland, Großbritannien
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