20:36 21 Oktober 2018
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    ein Ort, wo Sergej Skripal und seine Tochter Julia gefunden wurden (Archiv)

    Experte: London kann sich erneutes Scheitern wie bei Skripal-Fall nicht leisten

    © AP Photo / Ben Birchall/PA
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    Laut dem britischen Innenministerium handelte es sich bei der Vergiftung von zwei Menschen in Amesbury nach vorläufigen Angaben nicht um einen „russischen Angriff“. Der Politologe Georgi Fjodorow kommentierte im Radiosender Sputnik den Verlauf der Untersuchung des Vorfalls.

    Nach vorläufigen Angaben handele es sich bei dem Vorfall in Amesbury nicht um einen „russischen Angriff“, sagte der stellvertretende Innenminister Großbritanniens, Ben Wallace.

    „Da wir wissen, dass sie Nowitschok entwickelt und gewisse Ziele damit verbunden haben, behaupten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Russland hinter der ursprünglichen Attacke steckt. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Beweise, um die beiden letzten Betroffenen entweder mit den Skripals oder mit dem vorigen Ort zu verbinden, wo sie vergiftet wurden“, sagte Wallace.

    „Diese Menschen stehen in keiner Verbindung mit den Skripals. Das war kein Angriff, ich denke, es war eine Vergiftung mit Nowitschok“, so Wallace.

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    „Der russische Staat… könnte uns erzählen, was geschehen war, was sie gemacht haben, und einige große Lücken füllen“, sagte Wallace.

    Zudem sagte Wallace im Radiosender Radio 4 Today, dass er auf einen Anruf seitens Russlands warte.

    Der Präsident des Zentrums für soziale und politische Studien, Georgi Fjodorow, sagte im Radiosender Sputnik, dass der Vorfall in Amesbury ein Versuch sei, die Aufmerksamkeit erneut auf Russland zu lenken.

    „Meines Erachtens ist dieser neue britische Vorfall einer Vergiftung eine weitere politische Intrige Londons, das sich seit jeher darin gut auskennt. Ich denke, das ist dasselbe Spiel wie mit den Skripals, die angeblich mit einem Kampfgiftstoff vergiftet worden waren, doch sie sind wie durch ein Wunder am Leben geblieben. Auf der einen Seite kann sich Großbritannien nicht mehr leisten, ein Scheitern wie bei den Skripals zu wiederholen, weil niemand mehr daran glauben wird. Auf der anderen Seite können sie versuchen, die neue Vergiftung als Anlass für einen weiteren Informationsangriff gegen Russland zu nutzen. Das ist wohl die Hauptbotschaft dieser Meldung über eine weitere Vergiftung, die zuerst übrigens als Drogenüberdosis betrachtet worden war, und wohl nicht unbegründet“, sagte Fjodorow.

    Die Polizei berichtete am Mittwoch, dass eine 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann bewusstlos in einem Haus in Amesbury entdeckt wurden. Beide befinden sich in einem kritischen Zustand in dem Krankenhaus in Salisbury, wo auch der ehemalige GRU-Oberst Sergej Skripal und seine Tochter Julia Skripal behandelt wurden. Nach Angaben von Scotland Yard wurden die beiden mit derselben Substanz vergiftet wie die Skripals. Dabei weiß die Polizei bis jetzt nicht, wie die Betroffenen vergiftet wurden.

    >>Mehr zum Thema: Von Salisbury bis Amesbury – wird London wieder Russland verdächtigen?

    Amesbury befindet sich in der Nähe von Salisbury, wo am 4. März der ehemalige GRU-Oberst Sergej Skripal und seine Tochter Julia Skripal vergiftet worden waren.

    London zufolge war an der Verwendung des Stoffs A-234, den die britische Behörden mit Nowitschok gleichstellen, der russische Staat beteiligt. Moskau weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Die Untersuchung des Vorfalls mit der Vergiftung der Skripals wird von einer Antiterroreinheit von Scotland Yard geleitet.

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    Tags:
    Vergiftung, A-234 "Nowitschok", Julia Skripal, Sergej Skripal, Amesbury, Salisbury, Großbritannien