14:51 25 September 2018
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    „Heutige Frontlinie“: Dänemark pocht auf Nato-Hauptquartier in Lettland

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    Vor dem kommenden Nato-Gipfel in Brüssel wirbt Kopenhagen für die Einrichtung eines Nato-Divisionshauptquartiers in Lettland. Die Maßnahme soll unter anderem als „Signal an Russland“ dienen.

    In dem vorgeschlagenen Hauptquartier sollen insgesamt 300 Soldaten stationiert sein, darunter 140 dänische, berichtet „Danish Radio“.

    „Das soll ermöglichen, Soldaten in jede beliebige Kriegssituation zu führen. Es muss in Friedenszeiten eingerichtet, aber bei Bedarf im Fall eines Krieges in Betrieb genommen werden, um die Soldaten zu leiten“, zitiert der Rundfunk den dänischen Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen.

    Nord Stream 2 (Archivbild)
    © Foto : Nord Stream 2/Wolfram Scheible
    Laut dem Minister fehlen dem nordatlantischen Bündnis momentan Divisionshauptquartiere in Estland und Lettland, während es in Polen bereits eins gebe. Die neuen Hauptsitze müssen ihm zufolge in den nächsten Jahren errichtet werden.

    Aus Sicht des Befehlshabers der dänischen Streitkräfte, Bjørn Bisserup, wird Dänemark, obwohl mehrere andere Nato-Staaten die Initiative unterstützen werden, die gesamte Verantwortung für das Projekt schultern müssen.

    „Dänemark wird das führende Land bei dem Bau des Hauptquartiers in Lettland sein, welches die Ausbildung der baltischen Truppen fortsetzen wird“, erklärte Bisserup. Das Divisionshauptquartier werde baltische und auch dänische Truppen leiten, sollte dies notwendig sein.

    Wie er weiter betonte, stellen die baltischen Staaten die „heutige Frontlinie“ dar. Ziel der Maßnahme sei es, ein „klares Signal“ an Russland zu senden, dass das Baltikum völligen Schutz der Nato genieße.

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    In den letzten Jahren hat die Nato ihre Kräfte in den baltischen Staaten und in Polen aufgestockt und dabei „Russlands Aggression“ als Vorwand genutzt.

    Der dänische Verteidigungsminister geht jedoch davon aus, dass Dänemarks Vorschläge beim kommenden Nato-Gipfel den US-Präsidenten Donald Trump wohl kaum beschwichtigen werden. Trump hatte vor Kurzem heftig gegen Kopenhagen ausgeteilt, weil es seine Verteidigungsausgaben nicht auf das Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts hochgefahren habe.

    „Ich glaube, das US-Militär ist im Großen und Ganzen damit zufrieden, was Dänemark leistet. Doch zugleich gibt es das Oberhaupt des Weißen Hauses, das sich wahrscheinlich auf die zwei Prozent konzentrieren wird“, so Frederiksen.

    Dänemark gibt derzeit laut dem Radiosender 1,3 Prozent seines Bruttoinlandprodukts für die Verteidigung aus.

    Der Nato-Gipfel findet am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Brüssel statt.

     

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    Tags:
    Truppen, Signal, Frontlinie, Militär, Soldaten, Hauptquartier, NATO, Baltikum, Polen, Russland, Lettland, Dänemark