16:51 20 Juli 2018
SNA Radio
    Petro Poroschenko besucht Truppen der Nationalgarde im Donbass (Archivbild)

    „Poroschenko will die Welt in einen Flop hineinziehen“ – ukrainischer Politiker

    © Sputnik / Stringer
    Politik
    Zum Kurzlink
    141332

    Was die Lage in der Ostukraine verändern könnte, ist nach Ansicht von Präsident Poroschenko „eine multinationale Friedensmission unter UN-Mandat im gesamten Donbass-Gebiet“. Mit diesem Vorschlag wolle der Kiewer Machthaber die Welt in ein riskantes und nutzloses Spiel hineinziehen, warnt ein ukrainischer Menschenrechtler im Sputnik-Interview.

    Moskau müsse der Stationierung der Friedenstruppen „auf dem gesamten Gebiet des Donbass, einschließlich des unkontrollierten Teils der Grenze zu Russland“ zustimmen. „Ich finde, der einzige Weg, die Situation zu verändern, ist es, den unkontrollierten Teil der ukrainisch-russischen Grenze abzudichten und die Erfüllung der Minsker Abkommen zu gewährleisten“, sagte Präsident Poroschenko nach Gesprächen mit EU-Spitzenpolitikern in Brüssel.

    Was Anderes könne der ukrainische Staatschef auch gar nicht vorschlagen, sagt der Politiker und Menschenrechtler Wladimir Olejnik im Sputnik-Interview: „Petro Poroschenko bleibt nichts anderes übrig. Auf militärischem Weg ist dieser Konflikt nicht zu lösen, die ukrainische Armee ist demoralisiert, kämpfen will sie nicht. Also will Poroschenko die internationale Gemeinschaft in diesen Flop hineinziehen.“

    Der Plan des ukrainischen Staatschefs besteht laut Olejnik darin, erst die Friedenstruppen im gesamten Donbass – statt an der Demarkationslinie – zu stationieren und dann die Kontrolle über das ganze Gebiet zu übernehmen.

    „Russland sagt: Sprecht doch erstmal mit dem Donbass, mit den Menschen, die dort leben – sind die mit dieser Variante überhaupt einverstanden? Einverstanden ist der Donbass natürlich nicht, die Ukraine will keine direkten Verhandlungen, also stecken sie in der Sackgasse. Da muss Poroschenko immer mal wieder Öl ins Feuer gießen, um die Lage so darzustellen, als ob Russland blockieren würde. Russland blockiert aber nicht, es sieht darin nur keine Lösung des Konflikts“, sagt Olejnik.

    Es gibt ja schon einen Weg, das Donbass-Problem zu lösen, betont der Experte: „Aber Kiew will diesen Weg nicht gehen“, so der Politiker. „Die Minsker Vereinbarungen werden nicht erfüllt. Wie kann denn dann davon die Rede sein, dass Friedenstruppen diese Aufgabe werden lösen können? Die Minsker Abkommen, die Verfassungsänderung, die Anerkennung der Republiken – das ist der direkte Weg zur Lösung der Frage.“ Der Donbass werde nur dann eine Macht akzeptieren, wenn sie fähig und willens sein werde, direkte Verhandlungen mit den beiden Volksrepubliken zu führen.

    Zum Thema:

    Nato-Manöver: Sea Breeze 2018 treibt Richtung Donbass
    Innenministerium in Kiew heckt Angriffspläne gegen Donbass aus
    Kiews „idealer“ Plan zur Rückeroberung des Donbass: „Moskau besetzen“
    Tags:
    Menschenrechtler, Säuberungen, Kriegsgefahr, besetzen, Friedenstruppen, Minsker Abkommen, UN, Petro Poroschenko, Lugansk, Donezk, Ostukraine, Ukraine, Donbass
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren