03:56 20 Januar 2020
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    Am Mittwoch ist NSU-Mitglied Beate Zschäpe vom Oberlandesgericht München zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dies wurde von vielen Beobachtern erwartet. Alle weiteren Angeklagten erhielten ebenso lange Haftstrafen. „Die Opfer sind unvergessen“, äußerte Deutschlands Außenminister. Menschen erinnerten in Protesten an die Ermordeten.

    Vor 50 Zuschauern und 120 anwesenden Journalisten verkündeten die Münchner Richter am Mittwochmorgen ihre Urteile. Zschäpe erhält lebenslänglich. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Ralf Wohlleben, der Waffenbeschaffer für den NSU-Komplex, wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt, auch wegen Beihilfe zum Mord.

    Holger Gerlach erhielt drei Jahre Haft. Ihm wird Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Der Mitangeklagte André E. ist zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, wurde aber nicht der Beihilfe zum versuchten Mord schuldig gesprochen. Dies hatte zuvor die Bundesanwaltschaft gefordert. Carsten S., der einzige Angeklagte, der mit den Rechtsbehörden kooperierte, wurde zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt.

    Noch am Montag hatte Rechtsanwalt Sebastian Scharmer, der NSU-Opfer aus Dortmund vertritt, auf einer Pressekonferenz in Berlin geäußert, Zschäpe werde „ganz sicher eine lebenslange Freiheitsstrafe mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld“ erhalten. Sputnik hatte berichtet.

    Rund um das Gebäude des OLG München herrschten am Mittwochmorgen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei sperrte großräumig ab, auch um mehrere Kundgebungen abzusichern. Vor dem Gerichtsgebäude hielten Menschen Bilder der vom NSU-Netzwerk Ermordeten hoch. „Die Opfer sind unvergessen“, kommentierte der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) kurz nach Urteilsverkündung gegenüber der Presse.

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    Tags:
    lebenslang, Nazis, Terror, Opfer, Rassismus, NSU, Ralf Wohlleben, Sebastian Scharmer, Beate Zschäpe, Heiko Maas