12:07 21 Juli 2018
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    US-Präsident Donald Trump, Außenminister Pompeo und Pentagon-Chef Mattis beim bilatelaren Frühstück mit Nato-Chef Jens Stoltenberg, 11 Juli 2018

    Trump nennt Deutschland „Gefangener“ Russlands – Moskau reagiert

    © REUTERS / Kevin Lamarque
    Politik
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    Der US-Präsident Donald Trump hat bei seiner Zusammenkunft mit Nato-Chef Jens Stoltenberg erklärt, warum seiner Meinung nach Deutschland von Russland „kontrolliert“ wird.

    Laut ihm ist es „bedauerlich“ und „unangebracht“, dass Berlin Gaspipeline-Deals mit Moskau schließt, während die USA Deutschland vor Russland „schützen“.

    „Wir sollen gegen Russland schützen, und Deutschland geht und zahlt Milliarden und Milliarden Dollar pro Jahr an Russland“, klagte Trump.

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    Deutschland sei „vollständig von Russland kontrolliert“, weil es „60 bis 70 Prozent seiner Energie aus Russland und der neuen Pipeline“ bekommen würde, erörterte das US-Staatsoberhaupt.

    „Wenn man es bedenkt, ist Deutschland ein Gefangener von Russland. Es ist seine Kohlekraftwerke losgeworden, es ist seine Atomkraftwerke losgeworden, es bekommt so viel Öl und Gas aus Russland. Ich denke, das ist etwas, was die Nato prüfen muss. Es ist sehr unangebracht“, so Trump.

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    Zudem kritisierte er wiederum die von ihm als zu niedrig geschätzten Beiträge Deutschlands zum Nato-Haushalt.

    „Deutschland zahlt knapp über ein Prozent (für die Nato – Anm. d. Red.), während die USA in tatsächlichen Zahlen 4,2 Prozent ausgeben.“

    Er betonte, dass Deutschland „ein reiches Land“ sei und deswegen seine Nato-Beiträge nicht allmählich bis 2030, sondern „ab sofort“ erhöhen könnte.

    Der stellvertretende Chef des Wirtschaftsausschusses im Föderationsrat (russisches Parlamentsoberhaus), Sergej Kalaschnikow, erläuterte, dass es den USA nicht gelingen werde, Deutschland mit wirtschaftlichem und politischem Druck aus dem Projekt „Nord Stream 2“ auszuschalten.

    „Jeder versteht ganz genau, dass hinter dieser Aussage das rein kommerzielle Interesse der US-Wirtschaft steht. Die USA versuchen, ihr Flüssiggas ganz Europa und Deutschland aufzudrängen, das viel teurer als russisches Erdgas ist“, erklärte der Politiker.

    Kalaschnikow glaube nicht an den Erfolg des US-Versuchs, behaupte jedoch, dass das russische Projekt „nicht ohne Probleme“ verwirklicht werden würde.

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    „Der berechnende deutsche Bürger wird dem nie zustimmen. Deutschland wird aus Nord Stream 2 nicht aussteigen“, beteuerte der Politiker.

    Zugleich könne Trump Deutschland und andere europäische Verbündete dazu drängen, ihre Nato-Beiträge bis auf mindestens zwei Prozent des BIP nachweislich zu erhöhen.

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    Tags:
    Nord Stream 2, Beiträge, Föderationsrat, NATO, Sergej Kalaschnikow, Donald Trump, Jens Stoltenberg, USA, Russland