12:07 21 Juli 2018
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    US-Raketenabwehrsystem in Polen (Archivbild)

    Wer verstößt tatsächlich gegen INF-Vertrag? Russlands Minister klärt auf

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    Die USA verletzten den INF-Vertrag, indem sie in Europa ein Raketenabwehrsystem stationieren. Dessen Startrampen könnten dem Abfeuern von Tomahawk-Marschflugkörpern gegen Russlands europäisches Territorium dienen, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu gegenüber der italienischen Zeitung „Il Giornale“.

    „Wir haben wiederholt auf allen größeren internationalen Diskussionsebenen öffentlich darüber informiert, dass es gerade die USA sind, die gegen den Vertrag über Mittel- und Kurzstreckenraketen direkt verstoßen, indem sie bei der Aufstellung ihres Raketenschildes in Europa ihre Senkrechtstart-Rampen Mk-41 stationiert haben, die für das Abfeuern von Tomahawk-Marschflugkörpern geeignet sind. Fast der gesamte europäische Teil Russlands liegt in der Reichweite solcher Raketen“, so der Minister.

    Schoigu erinnerte daran, dass der russische Präsident Wladimir Putin bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 die Führung der USA und anderer westlicher Länder aufgefordert hatte, die nationalen Interessen Russlands zu respektieren und aufgeschlossene und gleichberechtige Beziehungen aufzubauen. „Bedauerlicherweise wollte kaum jemand im Westen diesen Appell vernehmen“, so der Minister.

    Zugleich würden undeutliche und fadenscheinige Anschuldigungen gegen Russland wegen einer angeblichen Verletzung des Vertrags laut, fügte er hinzu.

    „Die US-Seite bereitet ihren Austritt aus dem Vertrag über Mittel- und Kurzstreckenraketen vor. Als Grund für diesen Schritt werden angebliche Verstöße gegen den Vertrag durch Russland genannt. Aber es werden keine Fakten angeführt und nur noch Erklärungen vorgebracht“, so der Verteidigungsminister.

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    Fakten, Verstöße, INF-Vertrag, Sergej Schoigu, USA, Russland