15:59 21 Juli 2018
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    Polizei in Amesbury (Symbolbild)

    „Nonsens“: Moskau zu Londons Äußerungen über Zusammenarbeit nach Vergiftungen

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    Politik
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    Die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Äußerungen Londons, dass Russland mit Großbritannien bei den Ermittlungen nach den Vorfällen in Salisbury und Amesbury nicht zusammenarbeiten will, als „Nonsens“ und „absurd“ bezeichnet.

    „Im Fall Skripal wurden ins Foreign Office (britisches Außenministerium – Anm. d. Red) etwa 60 Diplomatische Noten mit der Forderung geschickt, Russland den Zugang zu den Ermittlungen und zu den betroffenen russischen Bürgern zu gewähren, sowie mit dem Antrag auf Rechtshilfe und mit Vorschlägen zur Zusammenarbeit, unter anderem über eine gemeinsame Ermittlung. Dies alles blieb leider ohne Reaktion seitens der britischen Behörden. Sie haben dabei die Situation so dargestellt, als ob Russland auf eine gemeinsame Ermittlung verzichtet hätte. Das ist Nonsens, das ist absurd“, sagte Sacharowa am Donnerstag in einem Briefing.

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    Sie fügte hinzu, das russische Außenministerium plane, einen Teil dieser Noten oder alle diese Dokumente zu veröffentlichen.

    „Ich glaube, wir werden dies in nächster Zeit tun“, so Sacharowa.

    Am 4. Juli hatte die Polizei in der Stadt Amesbury nahe Salisbury einen „ernsthaften Vorfall“ mitgeteilt. Die 44-jährige Britin Dawn Sturgess und ihr 45-jähriger Partner Charlie Rowley waren am 30. Juni in der britischen Stadt Amesbury mit starken Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Scotland Yard erklärte kurz darauf, das Paar sei mit „Nowitschok“ vergiftet worden – demselben Giftgas, das angeblich bei dem Anschlag auf den ehemaligen russischen GRU-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzt wurde. Dawn Sturgess ist am 8. Juli im Krankenhaus gestorben, Charlie Rowley hat am 10. Juli das Bewusstsein wiedererlangt.

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    Der Ex-Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal sowie seine Tochter Julia waren Anfang März auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Die britische Seite machte Russland für den Anschlag mit dem als „Nowitschok“ bekannten chemischen Kampfstoff A234 verantwortlich. Moskau wies jegliche Anschuldigungen zurück.

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    Tags:
    Note, Nonsens, absurd, Ermittlungen, Vergiftung, Äußerung, Zusammenarbeit, Fall Skripal, Foreign Office, Außenministerium Russlands, Maria Sacharowa, Großbritannien, Russland
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