06:45 26 September 2018
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    US-Präsident Donald Trump bei Nato-Gipfel in Brüssel (Archivbild)

    „Trump kennt nur Stärke“: Ex-Außenminister Gabriel fordert Härte gegen US-Präsident

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Ex-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat das Verhalten von US-Präsident Donald Trump bei dem jüngsten Nato-Gipfel kommentiert und zu einem härteren Vorgehen gegenüber dem US-Präsidenten aufgerufen.

    Er gebe dem nordkoreanischen Diktator eine Bestandsgarantie und wolle gleichzeitig in Deutschland einen Regimewechsel, kritisierte Gabriel Trump.

    „Das können wir uns schwer bieten lassen“, zitierte der Spiegel den Ex-Außenminister am Freitag.

    „Wir dürfen uns keine Illusionen mehr machen. Donald Trump kennt nur Stärke. Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark sind. Wenn er von uns Milliarden zurückfordert für die Militärausgaben der USA, dann müssen wir von ihm Milliarden zurückfordern, die wir für die Flüchtlinge ausgeben müssen, die die gescheiterten US-Militärinterventionen zum Beispiel im Irak produziert haben“, so Gabriel weiter.

    Bei dem Nato-Gipfel in Brüssel hatte Trump Kritik an den Nato-Partnern geübt und sie aufgefordert, ihre Militärausgaben bis Anfang 2019 auf den früher besprochen Richtwert von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufzustocken. Wenn dies nicht passieren würde drohte Trump, er müsse sein eigenes Ding machen. 

    Darüber hinaus wies Gabriel darauf hin, die USA würden sich verändern. In wenigen Jahren werde Amerika ein anderes Land werden als das, was es die letzten 70 Jahre gewesen sei und auch anders als das heutige Trump-Amerika. Gabriel sieht darin eine Chance für Deutschland und rief dazu auf, in die USA zu investieren und Kontakte mit Gouverneuren, Senatoren und jungen Amerikanern aufzunehmen. 

    Der Ex-Außenminister schlug auch eine „kreative Lösung“ für die Erfüllung der Nato-Verpflichtungen laut dem Zwei-Prozent-Ziel für die Rüstungsausgaben Deutschlands vor: „Wir könnten zum Beispiel 1,5 Prozent in die Bundeswehr pro Jahr investieren und 0,5 Prozent in die europäische Verteidigung, etwa für Osteuropa innerhalb der Nato“. So würde Deutschland zeigen, dass es neben den USA auch Verantwortung für Sicherheit in Osteuropa, für die Balten und die Polen übernehme, die sich durch die „russische Aufrüstung“ am meisten bedroht fühlen würden. Gabriel zufolge würde es Deutschland von den USA unabhängiger machen.

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    Tags:
    Kontakte, Sicherheit, Flüchtlinge, Militärausgaben, Stärke, NATO-Gipfel, Der Spiegel, NATO, Sigmar Gabriel, Donald Trump, Irak, Baltikum, Polen, Osteuropa, USA, Deutschland