11:34 21 März 2019
SNA Radio
    Politik

    Deutsche Medien fürchten Helsinki Gipfel – Berichterstattung wird im Tonfall härter

    Zum Kurzlink
    Andreas Peter
    Erstes großes Treffen zwischen Putin und Trump (48)
    225577
    © Sputnik .

    Heute beginnen in der finnischen Hauptstadt Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin. Deutsche Medien berichten darüber in einem ungewohnt unfreundlichen Tonfall. Vor allem werden Ängste über ein verbessertes Verhältnis zwischen Moskau und Washington geäußert, das zu Lasten vor allem Berlins gehen könnte.

    Finnlands Hauptstadt Helsinki heute Vormittag. In Mäntyniemi, der offiziellen Residenz der finnischen Staatspräsidenten, empfängt Hausherr Sauli Niinistö den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump offiziell als Gastgeber des Gipfeltreffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

    Mehr als die protokollarischen Details interessiert die halbe Welt allerdings, was die Präsidenten Russlands und der USA besprechen und vielleicht sogar entscheiden wollen. Besonders in Deutschland blickt man mit Argwohn auf die finnische Hauptstadt.

    Wie sehr das Verhältnis Deutschlands zu den USA mittlerweile belastet ist, beweist der verärgerte Tonfall in der Berichterstattung zum Gipfel. Die meisten bundesdeutschen Medien haben jede rhetorische Rücksichtnahme fallen lassen und äußern Ängste, die USA und Russland könnten sich in Helsinki annähern. Über die Köpfe der westlichen Verbündeten hinweg. Der zum Teil gehässige Tonfall erinnert an den US-Präsidentschaftswahlkampf, als sich die meisten Medien Deutschlands mehr oder weniger offen auf die Seite der demokratischen Gegenkandidatin Trumps schlugen.

    Deutschlands Politiker und seine wichtigsten Leitmedien befürchten vor allem ein Aufweichen der Haltung Washingtons zu Sanktionen gegen Russland oder eine mögliche Hinnahme des Status Quo auf der Krim. Sie vergessen dabei gelegentlich zu erwähnen, dass kein US-Präsident das allein entscheiden kann. Möglicherweise sind einigen Elitenvertretern in der Bundesrepublik grundsätzliche Verbesserungen in der Gesprächsatmosphäre zwischen Moskau und Washington ein Dorn im Auge.

    Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass bundesdeutsche Politiker und Medien vor allem deshalb mit Donald Trump hadern, weil sein Auftreten den Bundesbürgerinnen und —bürgern zum ersten Mal unverblümt zeigt, was sie von der fortwährenden Propaganda der so genannten westlichen Wertegemeinschaft zu halten haben.

    Ganz offenkundig ist sie nichts weiter als ein Staatenbund, in dem die USA bedingungslose Gefolgschaft einfordern und notfalls erzwingen. Mit dem derzeitigen US-Präsidenten ist das nur zum ersten Mal für jeden sehr klar erkennbar geworden. Und das könnte langfristige Folgen haben. Egal, ob die Gespräche von Helsinki Ergebnisse hervorbringen oder nicht.

    Themen:
    Erstes großes Treffen zwischen Putin und Trump (48)
    Tags:
    Gipfel, Medienattacke, Treffen, Lügenpresse, Präsident, Donald Trump, Wladimir Putin, Helsinki, Deutschland, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Mehr Videos

    • Theresa May (l.) und Angela Merkel bei G20-Gipfel in Hangzhou (Archivbild)
      Letztes Update: 11:11 21.03.2019
      11:11 21.03.2019

      Brexit-Aufschub: Merkel stellt May Bedingung

      Bundeskanzlerin Angela Merkel will laut ihren jüngsten Aussagen dem britischen Wunsch nach einem Aufschub des Brexit entgegenkommen, nennt aber eine Bedingung.

    • Billy Six (Archivbild)
      Letztes Update: 10:46 21.03.2019
      10:46 21.03.2019

      Auf Antrag der AfD: Bundestag diskutiert über den Fall Billy Six

      von Marcel Joppa

      Die Tagesordnung für den heutigen Sitzungsverlauf im Deutschen Bundestag wurde spontan geändert: Auf Antrag der AfD-Fraktion soll am Abend über den kürzlich aus venezolanischer Haft entlassenen deutschen Journalisten Billy Six diskutiert werden. Die AfD spricht bereits jetzt von einem Versagen der Bundesregierung in dem Fall.

    • ZDF-Logo
      Letztes Update: 10:25 21.03.2019
      10:25 21.03.2019

      Dumm, dreist, ZDF – „Frontal21“ hetzt erneut gegen Russland wegen Brexit

      von Andreas Peter

      Das ZDF-Magazin „Frontal21“ berichtete zuletzt über „Dubiose Geldgeber – Die Drahtzieher des Brexits“. Dabei wurde erneut eine angebliche russische Einflussnahme konstruiert. Die neueste Masche der antirussischen Hetze des ZDF kommt aber in einer unverfrorenen Dreistigkeit daher, die selbst in dieser Hinsicht erfahrene Beobachter überrascht.

    • Президент Боливарианской Республики Венесуэла Николас Мадуро Морос
      Letztes Update: 08:47 21.03.2019
      08:47 21.03.2019

      Maduro wirft US-Behörden Diebstahl von Milliarden Dollar vor

      Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat den amerikanischen Behörden den Diebstahl von fünf Milliarden US-Dollar vorgeworfen. Dieses Geld sollte für den Kauf von Arzneimitteln ausgegeben werden.