21:24 16 Dezember 2018
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    US-Zeitung: Russland geht nach Libyen

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    Die „The Washington Times“ hat gestützt auf US-Geheimdienstdaten den Schluss gezogen, dass Russland seine Präsenz im Ausland von Syrien bis hin nach Libyen erweitern wolle. Dieser Beschluss ist nach Ansicht der Zeitung eine weitere Folge der Politik zur Unterstützung der Rebellen, die Muammar Kaddafi gestürzt hatten, durch den Ex-Präsidenten Obama.

    Obama selbst sieht die Unfähigkeit, die Folgen der Entmachtung von Kaddafi vorauszusehen, als einen Hauptfehler seiner Präsidentschaft.

    Der Hauptverbündete Russlands und seiner militärischen Präsenz in Libyen ist Khalifa Haftar, dessen Streitkräfte, die Libysche Nationalarmee (LNA), den Ostteil des Landes kontrollieren. In Moskau sei laut „WT“ bereits eine Entscheidung getroffen worden. Vor einigen Monaten hatte der Chef der Kontaktgruppe zu Libyen beim russischen Außenministerium und der Staatsduma, Lew Dengow, in einem Interview mit der ägyptischen Zeitung „Youm 7“ erklärt, dass sich General Haftar an das russische Verteidigungsministerium mit der Bitte gerichtet haben soll, im Osten Libyens einen russischen Militärstützpunkt zu errichten. Dabei hatte Dengow unterstrichen, dass im Kreml damals (im Februar 2018) noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei.

    Der Chef des Verteidigungsausschusses beim Föderationsrat, Wiktor Bondarew, kommentierte die Gerüchte über das Interesse Russlands an Militärstützpunkten in Libyen und Ägypten. In einem Interview mit der Agentur „RIA Novosti“ erklärte er, dass Moskau nicht beabsichtige, Stützpunkte in den erwähnten Ländern zu bauen. Er ergänzte, dass Russlands Position in Bezug auf Militärstützpunkte im Ausland „rational und ausgeglichen“ sei. Wie diese Worte zu verstehen sind, hat der Oberhauspolitiker nicht geklärt. Daher kann geschlussfolgert werden, dass sich die Interessen Russlands im Fall jeglicher wichtiger Ereignisse in Libyen jederzeit ändern können.

    Heute bleibt die Wahl General Khalifa Haftar überlassen, der sein Ziel nicht verbirgt, das gesamte Libyen unter seiner Kontrolle zu vereinigen. Er vertritt das libysche Repräsentantenhaus (das Parlament) in Tobruk, das auf antiwestlichen Positionen steht.

    Dem Parlament und dem General Haftar widersteht die von der internationalen Gemeinschaft, einschließlich Russlands, anerkannte Regierung der nationalen Einheit in Tripoli. Vor zwei Wochen hatte der libysche Premierminister aus Tobruk, Abdalla al-Tani, in einem Interview mit den arabischen Journalisten die USA, Großbritannien und Italien als Feinde des libyschen Volkes bezeichnet, weil sie den politischen Islam in Libyen unterstützen. Die Sympathien des Generals Haftar seien auch deshalb auf der Seite Moskaus, so WT, weil er in der UdSSR studiert hätte, mehrmals dort gewesen sei und sogar russisch spreche. Viele westliche Politologen meinen, dass Washington, wenn es nicht wolle, dass Moskau auch Libyen unter seine Kontrolle nehme und es in ein zweites Syrien verwandle, seine Strategie und Taktik dringend ändern und anfangen müsse, Haftar zu unterstützen.

    In jedem Fall müsse offenbar der Weg, den Libyen beschreiten wird, von Khalifa Haftar gewählt werden. In der jetzigen Etappe neigt er eindeutig zur „östlichen“ Variante, wovon eben die Meldung über das baldige Auftauchen eines russischen Militärstützpunktes im Osten des Landes zeugt.

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    Tags:
    gründen, Militärstützpunkte, Entscheidung, Verteidigungsausschuss beim Föderationsrat, libysches Parlament, Staatsduma, Russisches Verteidigungsministerium, Youm7, Russisches Außenministerium, LNA, The Washington Times, RIA Novosti, Abdalla al-Tani, Khalifa Haftar, Lew Dengow, Muammar al-Kaddafi, Barack Obama, Ägypten, Italien, Großbritannien, USA, UdSSR, Washington, Tripolis, Moskau, Tobruk, Russland, Syrien, Libyen