19:40 21 August 2018
SNA Radio
    Urlaub auf der Krim, Jalta

    Booking.com knickt bei EU-Sanktionen ein: keine Angebote auf der Krim mehr

    © Sputnik / Алексей Мальгавко
    Politik
    Zum Kurzlink
    92115

    Sowohl Touristen als auch Geschäftsbesuchern verweigert der Online-Dienst neuerdings das Buchen von Wohnungen oder Hotelzimmern auf der Krim. Grund dafür seien die EU-Sanktionen.

    „Das Unternehmen Booking.com ist stets bestrebt, relevante und anwendbare Gesetze einzuhalten, in denen es tätig ist. Da Booking.com BV in den Niederlanden sitzt,  EU-Handelssanktionen gegen die Krim beachtet werden. Gemäß den Sanktionen darf Booking.com keine Dienstleistungen anbieten, die in direktem Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten auf der Krim stehen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

    Bei der Suche auf dem Online-Portal nach Unterkünften auf der Halbinsel wird dem Kunden mitgeteilt: „Leider ist es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, auf unserer Webseite Urlaubsbuchungen für die Krim zu tätigen.“ Im Mai 2017 bezeichnete Booking.com die Krim als Staatsgebiet der Ukraine, trotzdem waren Buchungen für Geschäftsreisen auf der Halbinsel bis vor kurzem noch möglich.

    Natalia Kyrychenko aus der Stadt Sudak veröffentlichte am Montag einen Beitrag auf Facebook, wo sie mitteilt: „Achtung bitte! Seit dem heutigen Tag hat booking.com aufgehört, Bewertungen von Touristen auf der Krim zu sammeln. Niemand kann die Kommentare lesen, die Besitzer ebenfalls nicht. Es gibt keine Möglichkeit, eine neue Wertung zu verfassen. (…) Auf der anderen Seite wird niemand mehr eine schlechte Bewerbung schreiben und keine niedrige Punktzahl geben!“ Frau Kyruchenko schien einen Ausschluss von booking.com geahnt zu haben, denn sie schreibt: „Meine Worte: Vertraut nicht nur auf booking.com. Geht zu anderen Buchungsseiten. Unser Hostel hatte 55 Bewertungen von 9,1. Liebe Kollegen, mit welchem Ergebnis habt Ihr die booking-Laufbahn beendet?“

     


    Im Juni 2018 berichtete Sputnik über die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen die Halbinsel Krim bis zum 23. Juni 2019. Davon sind unter anderem der Tourismus, der Export von Technologien und die Herstellung von Gas- oder Ölressourcen betroffen. Die Beziehungen zwischen Russland und den EU-Ländern haben sich während der politischen Krise im Jahr 2014 in der Ukraine verschlechtert.

    Als die Krim sich mit Russland wiedervereinigt hatte, beschuldigte der Westen Moskau der Verletzung der Völkerrechtsnormen und verhängte Sanktionen gegen Russland. Die Krim hatte sich nach einem Referendum im März 2014 von der Ukraine losgelöst und war am 18. März auf Wunsch ihrer Bevölkerung in den Staatsverband Russlands aufgenommen worden. Die Ukraine betrachtet die Halbinsel weiterhin als ihr Territorium, das „zeitweise okkupiert“ ist.

     

    Zum Thema:

    Kiew will auf Booking.com ukrainische Krim entdeckt haben
    Reift da ein Konflikt zwischen Ankara und Amsterdam? Istanbul verbietet Booking.com
    Tags:
    Tourismus, EU, Sanktionen, booking.com, Krim
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren