10:51 18 August 2018
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    Deutschland hadert nach Helsinki mit Trump und Putin – Sie wollten Hillary Clinton

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    Andreas Peter
    Erstes großes Treffen zwischen Putin und Trump (48)
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    Nach dem Gipfel von Helsinki überschlagen sich US-amerikanische und bundesdeutsche Politiker und Medien in ihrer Kritik am US-Präsidenten. Dabei wird immer deutlicher, dass nicht die Politik von Donald Trump oder ein möglicherweise zu nachsichtiger Umgang mit Russland das Problem für die Kritiker ist, sondern der Schmerz über die eigene Niederlage.

    Die Reaktionen in Deutschland nach dem Treffen von Helsinki haben eine Bandbreite von hilf- und ratlos bis blanker Verzweiflung und Zorn.

    Der Schmerz sitzt tief bei denen, die mit Entsetzen zusehen müssen, wie ein US-Präsident fast täglich und offenbar ohne Schmerzen die verlogene Theaterkulisse der moralisch überlegenen westlichen Wertegemeinschaft zertrümmert, und dass sich dieser US-Präsident offenbar auch über die fassungslosen bis wütenden Reaktionen zu amüsieren scheint. Den wohl wichtigsten Satz, der die ganze Aufregung am besten erklärt, sagte Donald Trump in Helsinki eher beiläufig:

    „Ich habe bei dieser Präsidentenwahl gewonnen, Hillary Clinton hat verloren.“

    Genau das aber ist der springende Punkt. Man mag über den 45. Präsidenten der USA denken, was immer man will. Aber er ist der gewählte Präsident. Und genau das können seine Kritiker einfach nicht verwinden.

    Der zweite Grund ist genauso banal wie logisch. An Russland kommt niemand mehr vorbei. Und damit eben auch nicht an seinem Präsidenten. Das tut vor allem jenen Hetzern in Deutschland weh, die in den zurückliegenden Jahren aus allen Rohren gegen Russland und Wladimir Putin feuerten. Und weil sie sich mehr mit Beschimpfungen und Unterstellungen beschäftigen, haben sie eben auch kein Ohr und keine Aufmerksamkeit dafür gehabt, dass Putin in Helsinki der Ukraine und damit auch dem Westen die Hand reichte, was die hoch umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 und die damit verbundenen Einnahmeverluste für die Ukraine angeht:

    „Ich habe dem Herren Präsidenten versichert, dass Russland bereit ist, nach wie vor Erdgas über die Ukraine nach Europa zu liefern. Mehr noch. Wir sind bereit, den Transitvertrag zu verlängern. Dieser Vertrag läuft nächstes Jahr aus. Vorausgesetzt, dass die Wirtschaftssubjekte im Schiedsgericht in Stockholm ihre Streitigkeiten regeln können.“

    Natürlich ist niemand verpflichtet, die derzeitigen Staatsoberhäupter der USA und Russlands und ihr Agieren zu mögen. Ebenso gibt es keine Pflicht, das Treffen von Helsinki toll zu finden. Nur eines kann man erwarten. Dass man Realitäten zur Kenntnis nimmt.

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    Tags:
    Medienattacke, Gastransit, Gaslieferungen, Gaspipeline, Russland-Affäre, US-Präsidentschaftswahl, Präsident, Nord Stream 2, Hillary Clinton, Wladimir Putin, Donald Trump, Ukraine, Deutschland, Helsinki, USA, Russland
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