SNA Radio
    Politik

    Deutschland hadert nach Helsinki mit Trump und Putin – Sie wollten Hillary Clinton

    Zum Kurzlink
    Andreas Peter
    Erstes großes Treffen zwischen Putin und Trump (48)
    465217
    © Sputnik .

    Nach dem Gipfel von Helsinki überschlagen sich US-amerikanische und bundesdeutsche Politiker und Medien in ihrer Kritik am US-Präsidenten. Dabei wird immer deutlicher, dass nicht die Politik von Donald Trump oder ein möglicherweise zu nachsichtiger Umgang mit Russland das Problem für die Kritiker ist, sondern der Schmerz über die eigene Niederlage.

    Die Reaktionen in Deutschland nach dem Treffen von Helsinki haben eine Bandbreite von hilf- und ratlos bis blanker Verzweiflung und Zorn.

    Der Schmerz sitzt tief bei denen, die mit Entsetzen zusehen müssen, wie ein US-Präsident fast täglich und offenbar ohne Schmerzen die verlogene Theaterkulisse der moralisch überlegenen westlichen Wertegemeinschaft zertrümmert, und dass sich dieser US-Präsident offenbar auch über die fassungslosen bis wütenden Reaktionen zu amüsieren scheint. Den wohl wichtigsten Satz, der die ganze Aufregung am besten erklärt, sagte Donald Trump in Helsinki eher beiläufig:

    „Ich habe bei dieser Präsidentenwahl gewonnen, Hillary Clinton hat verloren.“

    Genau das aber ist der springende Punkt. Man mag über den 45. Präsidenten der USA denken, was immer man will. Aber er ist der gewählte Präsident. Und genau das können seine Kritiker einfach nicht verwinden.

    Der zweite Grund ist genauso banal wie logisch. An Russland kommt niemand mehr vorbei. Und damit eben auch nicht an seinem Präsidenten. Das tut vor allem jenen Hetzern in Deutschland weh, die in den zurückliegenden Jahren aus allen Rohren gegen Russland und Wladimir Putin feuerten. Und weil sie sich mehr mit Beschimpfungen und Unterstellungen beschäftigen, haben sie eben auch kein Ohr und keine Aufmerksamkeit dafür gehabt, dass Putin in Helsinki der Ukraine und damit auch dem Westen die Hand reichte, was die hoch umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 und die damit verbundenen Einnahmeverluste für die Ukraine angeht:

    „Ich habe dem Herren Präsidenten versichert, dass Russland bereit ist, nach wie vor Erdgas über die Ukraine nach Europa zu liefern. Mehr noch. Wir sind bereit, den Transitvertrag zu verlängern. Dieser Vertrag läuft nächstes Jahr aus. Vorausgesetzt, dass die Wirtschaftssubjekte im Schiedsgericht in Stockholm ihre Streitigkeiten regeln können.“

    Natürlich ist niemand verpflichtet, die derzeitigen Staatsoberhäupter der USA und Russlands und ihr Agieren zu mögen. Ebenso gibt es keine Pflicht, das Treffen von Helsinki toll zu finden. Nur eines kann man erwarten. Dass man Realitäten zur Kenntnis nimmt.

    Themen:
    Erstes großes Treffen zwischen Putin und Trump (48)

    Zum Thema:

    Österreichs Kanzler begrüßt Putin-Trump-Treffen in Helsinki
    Trump bezeichnet Gipfel mit Putin als „besser als Treffen mit Nato“
    Panik in USA: Trump „verrät“ Vaterland und erhält Einfluss-Instrument von Putin
    Wer hat den Trump-Putin-Gipfel bezahlt?
    Tags:
    Medienattacke, Gastransit, Gaslieferungen, Gaspipeline, Russland-Affäre, US-Präsidentschaftswahl, Präsident, Nord Stream 2, Hillary Clinton, Wladimir Putin, Donald Trump, Ukraine, Deutschland, Helsinki, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Mehr Videos

    • Marine le Pen
      Letztes Update: 07:47 27.05.2019
      07:47 27.05.2019

      „Sieg des Volkes“: Le Pen triumphiert in Frankreich über Macron

      Die französische rechtskonservative Partei „Rassemblement National“ von Marine Le Pen ist laut Angaben des Innenministeriums auf 23,4 Prozent der Stimmen gekommen und hat somit das Lager des Staatspräsidenten Emmanuel Macron geschlagen.

    • Bundestag in Berlin (Archiv)
      Letztes Update: 07:47 27.05.2019
      07:47 27.05.2019

      Wahldesaster: CDU-Wirtschaftsrat warnt GroKo vorm Weitermachen 

      Der CDU-Wirtschaftsrat hat die große Koalition davor gewarnt, nach der Wahlniederlage in Europa die Legislatur in diesem Trott weiterlaufen zu lassen. Bei der Europawahl in Deutschland hat die große Koalition aus Union und SPD herbe Verluste hinnehmen müssen.

    • Europaparlament
      Letztes Update: 07:30 27.05.2019
      07:30 27.05.2019

      Europawahl: Verluste für Union und SPD - Grüne erstmals auf zweitem Platz

      Die Union ist bei der Europawahl nach dem vorläufigen Ergebnis des Bundeswahlleiters trotz Verlusten stärkste Kraft geworden. CDU und CSU erzielten gemeinsam 28,9 Prozent, wie am frühen Montagmorgen aus der Auszählung aller Wahlkreise hervorging.

    • Menschen stehen vor der Wahllokale in der rumänischen Botschaft in Berlin
      Letztes Update: 23:49 26.05.2019
      23:49 26.05.2019

      Rumänische Wahllokale in Deutschland überlastet – tumultartige Szenen

      Zahlreiche rumänische Staatsbürger leben in Deutschland – auch für sie mussten Wahlen für das EU-Parlament organisiert werden. Wie die dpa berichtet, hat das Land jedoch gewaltige Probleme damit gehabt. Es kam zu Auseinandersetzungen.