21:03 20 August 2018
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    Produktion von Röhren für Pipeline Nord Stream 2 in Mülheim (Archivbild)

    Masken gefallen: Experte kommentiert Trumps Erklärung zu Gasprojekt Nord Stream 2

    © Foto: Nord Stream 2
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    US-Präsident Donald Trump hat das Recht Deutschland anerkannt, die Gaspipeline Nord Stream 2 zu bauen. „Deutschland ist berechtigt, sich am Gasprojekt Nord Stream 2 zu beteiligen“, erklärte Trump in einem Interview des TV-Senders Fox News nach seinem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin in Helsinki.

    „Kanzlerin Angela Merkel zahlt Russland Milliarden Dollar. Aber das ist ihre Wahl, das ist die Wahl Deutschlands, die für ein NATO-Mitglied kompliziert ist“, sagte Trump.

    Zuvor hatte sich der US-Präsident auf einer Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen in Helsinki zu Lieferungen von russischem Gas nach Europa geäußert. „Die USA werden mit ihrem verflüssigtem Erdgas (LNG) Nord Stream 2 Konkurrenz machen.“

    Vor dem Treffen hatte Trump den Fluss von „Pipeline-Dollars“ von Europa nach Russland als unannehmbar bezeichnet. Washington übte heftige Kritik am neuen Gasprojekt und drohte Unternehmen, die sich daran beteiligen werden, mit Sanktionen.

    Präsident Putin versicherte seinem US-Amtskollegen, dass Moskau bereit wäre, den Gastransit via Ukraine auch nach dem Fertigbau der Leitung Nord Stream 2 beizubehalten. Zudem erkläre sich Moskau bereit, den Transitvertrag mit der Ukraine zu verlängern, falls Gazprom und der ukrainische Versorger Naftogaz ihren Streit im Stockholmer Schiedsgericht beilegen.

    „Die Masken sind gefallen. Trump gab im Grunde genommen zu, dass es sich nicht um Geopolitik, nicht um Probleme der Ukraine, sondern um ein rein ökonomisches Projekt handelt“, sagte der unabhängige Energieexperte Nikolai Chrenkow in einem Interview des Radiosenders Sputnik.

    „Es geht ausschließlich um die ökonomische Konkurrenz: Die Amerikaner wollen LNG verkaufen und dabei mit russischem (Pipeline-)Gas konkurrieren. Trump erklärte das unumwunden, ohne irgendwelche Tricks und Heuchelei“, sagte Chrenkow.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Strängen mit einer Durchsatzkapazität von insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter vor. Die Leitung führt von der russischen Küste auf dem Grund der Ostsee direkt nach Deutschland. Berlin, Helsinki und Stockholm hatten bereits dem Bau zugestimmt. Eine Genehmigung Dänemarks bleibt immer noch aus.

    Mehr zum Thema: Trumps Aussagen über Nord Stream 2: Peskow offenbart Ziel der USA

    Russland hatte mehrmals aufgerufen, die Gaspipeline nicht als Instrument zur Einflussnahme zu betrachten. Moskau bezeichnet Nord Stream 2 ausschließlich als ein ökonomisches Vorhaben.

     

    Tags:
    Erklärung, Kommentar, Nord Stream 2, Nikolai Chrenkow, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland
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