21:04 20 August 2018
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    Helsinki-Gipfel: Melania und Donald Trump treffen Wladimir Putin

    Strategische Vorteile Putins beim Treffen mit Trump – österreichischer Sozialforscher

    © Sputnik / Alexej Nikolski
    Politik
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    Nikolaj Jolkin
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    Die harmonische Ausrichtung der Fußball-WM hat nach der Einschätzung von Daniel Witzeling, Leiter des Humaninstituts Vienna, Russland starke Sympathie-Punkte gebracht. Die faire Art des Umgangs mit den Fans und die friedliche Abwicklung der Spiele habe ein Gesamtbild in der Welt produziert, dass helfen kann, Feindbilder abzubauen.

    Dies habe auch geholfen, während des Helsinki-Gipfels das Feindbild Putin als böse östliche Kraft abzuschaffen, sagte der Sozialforscher im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Putin hat jetzt einen neuen Stellenwert auf der Weltbühne mit einer starken positiven konnotativen Wertung gewonnen, die für das Treffen mit Trump ein guter strategischer Vorteil war. Die Feindbilder, die oft über verschiedenste Medien transportiert werden, dass Russland eine Gefahr sei und den Westen ausspioniere, konnten durch die positive Abwicklung der WM, die international ausgestrahlt wurde, abgebaut werden.“

    Der Sozialforscher erinnert an den guten WM-Schwung im Beisein von Frankreichs Präsident Macron, der kroatischen Präsidentin Grabar-Kitarović und anderen geladenen Gästen, „der gezeigt hat, wie transparent die Spiele ablaufen, wo Russland und seine Bevölkerung ein sehr gutes Gastgeberland ist. Auch dieser Schwung bildete für Putin einen erstklassigen strategischen Vorteil vor Donald Trump.“

    Witzeling führt weiter aus:

    „Natürlich hatte Trump das Ziel, das Beste für die USA herauszuholen, genauso wie Putin das für Russland wollte. Darüber hinaus bekundeten beide Staatschefs den Respekt voreinander, was jetzt die Chance für eine neue Form von Beziehungen zwischen Russland und den USA gibt. Zwar haben sie sich über Telefonate und Medien schon angenähert, aber Putin und Trump konnten sich bei diesem Treffen in Helsinki besser kennenlernen, ein bisschen beschnüffeln, wie sie miteinander weiter umgehen.“

    Aus der Sicht des Soziologen könnte jetzt der Direktkontakt die persönliche Beziehung als eine Kommunikationsbasis festigen und optimieren.

    „Es wird die starke emotionale Frage werden, wie beide Spitzenpolitiker zusammenpassen. Trump ist relativ beratungsresistent, weil er ein emotionaler und instinktiver Typus ist, versus Putin, der eher sehr logisch und rational agiert. Trump kann dann aus den klassischen Strukturen ausbrechen und über Emotion mit Wladimir Putin eine neue, fast freundschaftliche Beziehungsebene aufbauen.“

    Der Wissenschaftler merkt an, dass Trump durch den US-Kongress und seine Berater eingeschränkt sei. „Sein Vorteil ist aber, dass er eine unberechenbare Person ist, dass er dann durchaus Alleingänge macht, die vielleicht so nicht in der Nachhaltigkeit halten.“

    „Dumme Menschen“ in Trumps Umfeld

    Witzeling glaubt, die Zeit der „Berater“ und „Strategen“ sei vorbei, weil sich Trump vor seiner Wählerschaft, vor dem amerikanischen Volk rechtfertigen müsse. „Deshalb hat er seine Berater beiseite liegen gelassen und gesagt, welche Lösungen es geben sollte. Putin hat ja schon länger erkannt, dass er Gesamtrussland regieren muss, und der einzelne Mensch und nicht der Berater sein Zielkriterium ist. Auch für die EU wäre es nicht schlecht, sich endlich dieser Berater und Zuflüsterer zu entledigen. Damit wäre die Kommunikation auf Augenhöhe und ohne Verfälschungen der Zuflüsterer endlich einmal zu Ende.“

    Das komplette Interview mit Daniel Witzeling zum Nachhören:

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    Tags:
    Russophobie, Medienattacke, Abschaffung, Feindbild, Gipfeltreffen, Gipfel, US-Kongress, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland, Finnland, Helsinki
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