10:49 18 August 2018
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    ABC-Schutz-Truppen in Salisbury, wo der russische Doppelagent Sergej Skripal vergiftet wurde (Archivbild)

    Skripal-Fall: Polizei will Tatverdächtige identifiziert haben – Moskau fordert Namen

    © AP Photo / MoD/ Pete Brown
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    Die Polizei Großbritanniens hat laut britischen Medien die Vermutung geäußert, dass die Vergiftung des Ex-Mitarbeiters der russischen Militäraufklärung GRU Sergej Skripal und seiner Tochter Julia in Salisbury durch mehrere Personen verübt worden sei und Leute aus Russland darin verwickelt seien.

    „Daily Mail“ hatte zuvor unter Verweis auf eine geheimdienstliche Quelle berichtet, dass die Vergiftung der Skripals im britischen Salisbury eine sechsköpfige Gruppe habe verüben können, in der eine Frau „die Schlüsselposition“ inne habe.

    „Die Quelle teilte der Agentur mit, die Ermittlung vermute, die Verdächtigen, die an der Attacke auf die Skripals schuld sind, identifiziert zu haben“, heißt es in der auf Twitter veröffentlichten Meldung der Agentur Press Association.

    „Die Ermittler sind überzeugt, dass die Tatverdächtigen Russen sind“, teilt der Fernsehsender ITV unter Verweis auf die Agentur Press Association mit. Es wird hervorgehoben, dass es sich um mehrere Personen handeln soll.

    Laut dem TV-Sender haben die Ermittlungsbeamten die Aufzeichnungen von Beobachtungskameras und die Daten von Personen ausgewertet, die etwa in jener Zeit ins Land eingereist waren.

    Der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, hat inzwischen auf die Medienberichte reagiert und erklärt, dass Russland von  britischen Amtspersonen die Namen der Verdächtigten an der Vergiftung der Skripals hören wolle.

    „Es handelt sich um Mitteilungen in den Medien, offizielle Erklärungen der britischen Seite gibt es leider nicht. Ich möchte es von Scotland Yard, vom Foreign Office hören. Viele Versionen in den Zeitungen finden auf offizieller Ebene keine Bestätigung“, kommentierte Jakowenko vor der Botschafter-Beratung in Moskau die in den britischen Medien aufgetauchte Meldung.

    Ihm zufolge bitte die Botschaft das britische Außenministerium jedes Mal, die auftauchenden Versionen zu bestätigen, erhalte auf ihre diplomatischen Noten aber keine Antwort.

    Der Botschafter erinnerte daran, dass der Nationale Sicherheitsberater Großbritanniens unlängst erklärt hatte, dass die Ermittlung keine Verdächtigen habe. „Das spricht davon, dass die Ermittlungsbehörden über keinerlei Fakten verfügen. Man hatte Russland ja buchstäblich am nächsten Tag (nach der Giftattacke in Salisbury gegen die Skripals – Anm. d. Red.) beschuldigt, dass mein Land in diese Vergiftung verwickelt sei, was absolut nicht den Tatsachen entspricht“, ergänzte Jakowenko.

    In der britischen Stadt Salisbury sollen am 4. März laut den Behauptungen der britischen Behörden der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter mit Nervengas vergiftet worden sein, was einen großen internationalen Skandal auslöste. London machte Russland für die Vergiftung der Skripals mit dem Giftstoff A234 verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigung entschieden als völlig haltlos und unbegründet zurück.

    Mitte Mai war Sergej Skripal nach der stationären Behandlung aus dem örtlichen Krankenhaus entlassen worden, seine Tochter Julia – bereits Mitte April.

    Am 4. Juli hatte die britische Polizei einen „ernst zu nehmenden Vorfall“ in Amesbury gemeldet, wo zwei Menschen „unter dem Einfluss einer unbekannten Substanz standen“. Die beiden seien in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wie Scotland Yard später bestätigte, hatten sich der 45-jährige Mann und seine 44-jährige Lebensgefährtin mit dem gleichen Stoff vergiftet wie der ehemalige GRU-Oberst Sergej Skripal und seine Tochter Julia.

    Die Frau starb vier Tage später im Krankenhaus von Salisbury an den Vergiftungsfolgen. Der Mann kam am 10. Juli wieder zu Bewusstsein.

    Tags:
    Identifizierung, Tatverdächtige, Vergiftung, Doppelagent, Scotland Yard, Press Association, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland
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