21:04 20 August 2018
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    Ein Soldatenhelm an der Frontlinie im Donbass (Archivbild)

    Referendum im Donbass? Bloomberg lüftet Putins Angebot an Trump

    © Sputnik / Waleri Melnikow
    Politik
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    Russlands Präsident Wladimir Putin soll während des Treffens in Helsinki seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump als eine Variante für die Regelung der Krise im Donbass vorgeschlagen haben, ein Referendum durchzuführen. Dies berichtet die Agentur „Bloomberg“.

    Über diesen Vorschlag soll Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem geschlossen Treffen im Gebäude des russischen Außenministeriums in Moskau verschiedene Amtsleute und Diplomaten in Kenntnis gesetzt haben, so Bloomberg unter Berufung auf zwei Quellen, die dabei waren.

    Der Vorschlag des russischen Präsidenten wird demnach die Klärung der Statusfrage der selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk bezwecken. Damit die Einwohner dieser Regionen ihre Meinung dazu frei äußern können, solle die Abstimmung unter der Ägide der internationalen Gemeinschaft durchgeführt werden.

    Laut einer Quelle von Bloomberg soll der amerikanische Staatschef Donald Trump darum gebeten haben, diese Initiative nicht bei der Pressekonferenz in Helsinki zu besprechen. Dies sei notwendig gewesen, damit der US-Präsident Zeit haben könne, die Initiative zu „überdenken“.

    Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat demnach darauf verzichtet, diese Information zu kommentieren. Gegenüber Bloomberg sagte er, dass die beiden Staatschefs bei ihrem Treffen in Helsinki „einige neue Ideen“ zur Ukraine besprochen hätten. „Sie werden daran arbeiten“, zitiert ihn die Agentur.

    Ukrainische Soldaten an der Grenzlinie zur Volksrepublik Donezk (Archivbild)
    © AP Photo / Efrem Lukatsky
    Am 19. Juli hatte US-Präsident Donald Trump in seinem Twitter-Account mitgeteilt, dass während des Gipfels in Helsinki unter anderem das Ukraine-Thema behandelt worden sei. Das jüngste Treffen mit dem russischen Staatschef bezeichnete er als „großen Erfolg“.

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem Umsturz im Februar 2014 in Kiew ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Nach Angaben der Uno forderte der Konflikt bisher mehr als 10.000 Menschenleben.

    Die Regelung der Situation im Donbass wurde bei den Treffen der Kontaktgruppe in Minsk erörtert, wo seit September 2014 drei Dokumente verabschiedet wurden. Darin sind Schritte zur Deeskalation des Konflikts festgelegt, zu denen auch ein Waffenstillstand zählt. Doch selbst nach Vereinbarung der Waffenruhe kommt es weiterhin zu Schusswechseln zwischen den Konfliktparteien.

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