06:43 21 Oktober 2018
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    Ex-Chefstratege und Wahlkampfleiter des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon (r.)

    Anzünder „rechter Revolution“ in Europa? Ex-Trump-Berater Bannon fordert Soros heraus

    © AP Photo / Evan Vucci
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    Der Ex-Chefstratege und Wahlkampfleiter des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, will eine Stiftung gründen, die rechtspopulistische Bewegungen in Europa stärkt, geht aus seinem Gespräch mit dem Magazin „The Daily Beast“ hervor. Dabei soll er sich am Vorbild der Stiftung Open Society des US-Milliardärs George Soros orientieren.

    Bannons Organisation soll dem Portal zufolge „The Movement“ heißen und ihren Hauptsitz in Brüssel haben. Sie werde Rechtspopulisten in der EU, die über keinen großen Organisationsapparat und keine bedeutsamen Budgets verfügen, in Form von Umfragen, Analysen und Beratung unterstützen.

    Laut „The Daily Beast“ will Bannon „eine rechte Revolution in Europa anzünden“ und ein Gegengewicht zu George Soros werden, der liberale Gruppen unterstützt. „Soros ist brillant“, zitiert das Magazin den ehemaligen Wahlkampfleiter. „Er ist ein Teufel, aber er ist brillant.“

    Bannon fasse eine „rechtspopulistische Supergruppe“ im Europäischen Parlament ins Auge, der nach der Wahl 2019 bis zu ein Drittel der Abgeordneten angehören könnten. Ein vereinter Block von solcher Größe könne den parlamentarischen Prozess ernsthaft stören und Bannon einen riesigen Einfluss innerhalb der populistischen Bewegung geben.

    Er habe bereits Verhandlungen mit rechten Gruppen in Europa durchgeführt, darunter mit dem britischen EU-Skeptiker Nigel Farage, Vertretern der von Marine Le Pen geleiteten französischen Partei „Front National“ (seit Juni 2018 „Rassemblement National“), sowie dem ungarischen Premierminister Viktor Orban und polnischen Populisten.

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    In den kommenden Jahren sei ein drastischer Bruch mit den Jahrzehnten der europäischen Integration zu erwarten. „Rechtspopulistischer Nationalismus ist, was kommen wird. Das ist das, was regieren wird“, meint Trumps Ex-Berater. „Es wird individuelle Nationalstaaten mit ihren eigenen Identitäten, ihren eigenen Grenzen geben“.

    Steve Bannon hatte seit 2012 für das Internetportal „Breitbart News“ gearbeitet. 2016 hatte er die Webseite zunächst verlassen, um für Donald Trumps Wahlkampfteam zu arbeiten, und galt als ein entscheidender Faktor für den Wahlsieg des Republikaners im November 2016.

    Nach der Entlassung im August 2017 kehrte Bannon auf die Chefposition bei „Breitbart News“ zurück. Diesen Job verlor er zu Jahresbeginn als Folge des Wirbels um ihm zugeschriebene Äußerungen in dem Enthüllungsbuch „Feuer und Zorn“ des Journalisten Michael Wolff.

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    Tags:
    Rechtspopulismus, Nationalismus, Revolution, Steve Bannon, Donald Trump, Marine Le Pen, George Soros, Europa, USA