00:35 19 November 2018
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    US F-35A (Symbolbild)

    Wenn Washington nicht liefert: Erdogan droht USA wegen F-35

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    Politik
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gegenüber der Zeitung „Haberturk“ den USA mit dem internationalen Schiedsgericht gedroht, falls Washington keine F-35-Kampfjets an Ankara liefern sollte. Im Streit über den US-Pastor Andrew Brunson hat Erdogan sich unnachgiebig gezeigt und den USA „psychologischen Krieg“ vorgeworfen.

    Zuvor hatte die Zeitung „The Washington Times“ berichtet, der US-Kongress habe die Lieferung von F-35-Kampfjets an die Türkei auf Eis gelegt. Der Grund dafür sei die von Ankara bekundete Absicht, Raketenabwehrkomplexe S-400 „Triumph“ aus russischer Produktion zu kaufen.

    „Jetzt begannen sie, aus irgendwelchem Grund uns zu drohen. Was gab es dort? Dass sie uns F-35 nicht geben können. Wenn Sie nicht geben, da gibt es internationales Schiedsgericht, wir werden uns ans internationale Schiedsgericht wenden <…> Wenn es dazu kommt, dann gibt es Alternativen“, sagte Erdogan.

    Der türkische Staatschef betonte auch, Ankara werde im Streit mit Washington über den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson nicht nachgeben.

    Mehr zum Thema >>> USA drohen Türkei Wirtschaftssanktionen an

    „Meiner Meinung nach ist das ein psychologischer Krieg“, so der türkische Präsident. „Wir werden wegen der Sanktionen nicht nachgeben. Wir haben im Fall Brunson nicht gehandelt“.

    „Die USA dürfen auch nicht vergessen, dass sie – wenn sie ihre Haltung nicht ändern – einen starken und aufrichtigen Partner wie die Türkei verlieren“, warnte Erdogan.

    Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump Ankara mit „weitreichenden Sanktionen“ gedroht, falls die Türkei den Pastor nicht freilasse. „Die Vereinigten Staaten werden gegen die Türkei weitreichende Sanktionen verhängen für die lang anhaltende Inhaftierung von Pastor Andrew Brunson, einem großartigen Christen, Familienmenschen und einem wundervollen Menschen“.

    Brunson, dem die türkische Justiz Beihilfe für die gescheiterten Putschisten von 2016 zur Last legt, büßt nach Angaben der „Hurriyet Daily News“ seit Herbst 2016 eine Strafe ab. Brunson wird auch Beihilfe für die von Pastor Fethullah Gülen geleitete Organisation FETÖ vorgeworfen, die in der Türkei als ein Terrornetzwerk eingestuft wurde. Zudem soll Brunson die in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützt haben.

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    Tags:
    Lieferung, Streit, Drohung, Sanktionen, F-35, Andrew Brunson, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA