07:40 19 August 2018
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    Twitter-Account von US-Präsident Donald TrumpTrumps Twitter (Symbolbild)

    Deutschlands Überleben auf Spiel? Trumps „wilde Tweets“ regen Atomwaffendebatte an

    © AP Photo / J. David AkeCC0
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    Die verbalen Attacken des US-Präsidenten Donald Trump auf Deutschland haben die Diskussion über die Notwendigkeit der Atomausrüstung der Bundesrepublik angeregt. In einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt am Sonntag“ plädiert der Journalist Christian Hacke für die Entwicklung von Deutschlands eigener nuklearer Abschreckungskapazität.

    Angesichts „Deutschlands neuer Rolle als Feind Nummer eins des amerikanischen Präsidenten“ forderte Hacke radikale Neuüberlegungen der deutschen Sicherheitspolitik. Die Bundesrepublik dürfe ihre Sicherheit nicht mehr von den Amerikanern abhängig machen.

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    Zwar sei kein Alarmismus angebracht, doch müsse nüchtern festgestellt werden: „Die Bundesrepublik Deutschland ist erstmals seit 1949 ohne nuklearen Schutzschirm der USA. Deutschland ist im extremen Krisenfall heute schutzlos“, zitiert „Die Welt am Sonntag“ den Journalisten.

    Dabei komme die Frage auf: „Wie halten wir es mit einer potenziellen Atommacht Deutschland?“ Laut dem Historiker und Publizisten Michael Wolffsohn müssen die Atomüberlegungen thematisiert werden. „Andernfalls wird Deutschland Spielball statt Spieler der Weltpolitik. Es geht letztlich um Deutschlands Überleben.“

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    Aus der Sicht des früheren Diplomaten und derzeitigen FDP-Fraktionsvize, Alexander Graf Lambsdorff, würde Deutschland als Atommacht jedoch die Sicherheit Europas nicht erhöhen, sondern zu einer weiteren Beschädigung der multilateralen Weltordnung führen. „Noch immer wird Deutschland misstrauisch beäugt.“

    Der Erwerb einer eigenen nuklearen Abschreckung würde dem ehemaligen Botschafter in Washington sowie London, Peter Ammon, zufolge einen klaren Bruch völkerrechtlicher Verträge bedeuten. „Deutschland stünde allein da und würde sich zum Objekt (begründeter) Kritik seiner Partner und vermutlich sogar Sanktionen der USA machen. International würde Berlin sich ins Unrecht setzen und isolieren, also das Gegenteil von dem tun, was das zentrale Leitmotiv der deutschen Außenpolitik nach dem Krieg war.“

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    Ammon rät dringend davon ab, das Thema Atommacht Deutschland weiter zu verfolgen: „Die wilden Tweets des US-Präsidenten Trump würden von unseren Verbündeten sicher nicht als hinreichender Grund akzeptiert werden, dass wir das globale Nichtverbreitungsregime zerstören, das immer ein zentrales Interesse Deutschlands gewesen ist. Der Vertrauensverlust wäre katastrophal.“

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