17:05 20 August 2018
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    Militärausbilder in den Kasernen der zentralafrikanischen Armee

    Info über russische Militärpräsenz in Zentralafrika „grob verzerrt“ – Sacharowa

    © AFP 2018 / Florent Vergnes
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    Russische Militärexperten beteiligen sich nicht an Kampfhandlungen in der Zentralafrikanischen Republik. Laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, befinden sie sich dort auf vollkommen legaler Basis, doch werde diese Information grob verzerrt.

    „Derzeit arbeiten 175 russische Instrukteure in der Zentralafrikanischen Republik, darunter fünf Militärs und 170 Zivilisten. Die russischen Spezialisten sind in dieses Land rechtmäßig auf Bitte des Präsidenten dieses Staates entsandt worden, um bei der Ausbildung der zentralafrikanischen Soldaten Hilfe zu leisten“, sagte Sacharowa am Freitag bei einem Briefing in Moskau.

    Die Hauptaufgabe der Russen sei es, lokales Militärpersonal darin auszubilden, mit Waffen und Ausrüstung umzugehen, die das Verteidigungsministerium Russlands Ende Januar, Anfang Februar dieses Jahres kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

    „Wir möchten betonen, dass die russischen Spezialisten nicht an den Kampfhandlungen auf dem Territorium der Zentralafrikanischen Republik teilnehmen. Der Umfang ihrer Aufgaben beschränkt sich nur auf die Ausbildung von Soldaten“, so Sacharowa weiter.

    „Wir verstehen, warum die Tätigkeit von Spezialisten in dieser Situation scharfe Aufmerksamkeit auf sich zieht. Jedoch verstehen wir nicht, warum diese Information so grob verzerrt wird.“

    Am 30. Juli waren in der Zentralafrikanischen Republik die russischen Bürger Kirill Radtschenko, Alexander Rastorgujew und Orchan Dschemal getötet worden. Sie hatten ungültige Presseausweise verschiedener Medien bei sich. Das russische Ermittlungskomitee leitete zu diesem Fall ein Strafverfahren nach dem Artikel „Mord“ ein.

    Wie das Zentrum für Verwaltung von Ermittlungen, das die Journalisten auf diese Dienstreise geschickt hatte, mitteilte, haben sie eine Doku über die Präsenz russischer Militärinstrukteure in der Zentralafrikanischen Republik gedreht. Dabei bezeichnete das russische Außenministerium die Medienberichte über Ermittlungen der Aktivitäten eines privaten Militärunternehmens in der Zentralafrikanischen Republik als absurd.

    Die Behörde hat nach ihren eigenen Angaben noch im März die Entsendung der Instrukteure in dieses Land mitgeteilt. Die russische Botschaft hilft zurzeit bei der Überführung der Leichname der getöteten russischen Journalisten ins Heimatland. Die Überführung ist für die kommenden Tage geplant. Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik spitzte sich Anfang Dezember 2013 zu, nachdem es in der Hauptstadt der Republik Bangui zu Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen Rebellengruppe „Seleka“ und christlichen Milizen gekommen war.  Nach UN-Angaben hat der Konflikt nach dem Stand vom Juli 2018 bereits mehr als 6.000 Menschenleben gekostet. Eine Million Menschen sind demnach obdachlos geworden.

    Zuvor wurden auf der Webseite des Konsular-Departements des russischen Außenministeriums Empfehlungen veröffentlicht, dass die Sicherheitskräfte der Zentralafrikanischen Republik „praktisch nicht funktionieren und man deswegen nicht mit ihrer Hilfe rechnen kann, sollte es zu schlimmen Ereignissen kommen“.

    Unter anderem teilte das Außenministerium mit, dass die kriminogene Lage in der Zentralafrikanischen Republik zurzeit kompliziert sei. Dort komme es oft zu bewaffneten Plünderungen und Mordanschlägen, Überfällen auf Ausländern. Daher seien Reisen in dieses Land sehr risikoreich und folglich nicht empfehlenswert.

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    Tags:
    Kampfhandlungen, Ausbildung, Militärpräsenz, Maria Sacharowa, Zentralafrikanische Republik
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