21:26 16 November 2018
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    Beerdigung von der ermordeten ukrainischen Rechtsanwältin und Anti-Korruptions-Aktivistin Irina Nosdrowska (Archivbild)

    Angriffe auf ukrainische Aktivisten: Ex-Verteidigungschef weiß, wer dahinter steckt

    © AP Photo / Efrem Lukatsky
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    Der Ex-Verteidigungsminister der Ukraine, Anatoli Grizenko, hat in einem Interview mit dem TV-Sender NewsOne der gegenwärtigen Regierung in Kiew vorgeworfen, Morde an örtlichen Aktivisten organisiert zu haben.

    „Die Angriffe und die Morde an den Aktivisten in der Ukraine sind nicht einfach nur ein Ausdruck der Ohnmacht der Regierung, weil gerade sie dahintersteckt. Das heutige Poroschenko-Regime ist dem Gangster-Regime von Janukowitsch weit voraus“, sagte Grizenko.

    >>Weitere Sputnik-Artiklel: "An Zynismus nicht zu überbieten": Kreml zu Kiews Vorwürfen wegen Journalisten-Mord

    Früher habe es „niemals“ eine solche großangelegte systematische Tätigkeit bezüglich des Drucks auf die Opposition, Medien und Korruptionsbekämpfer gegeben, ergänzte der Ex-Verteidigungsminister.

    Der Nationale Journalistenverband der Ukraine hatte am 6. Juli Monitoring-Ergebnisse vorgelegt, die sich auf die Sicherheit von Medienvertretern beziehen. Demnach seien in der Ukraine von April bis Juli dieses Jahres 22 Angriffe auf Journalisten verübt worden. Zudem hat der Verband auf 45 Zwischenfälle hingewiesen, die seit Anfang 2018 passiert sein sollen.

    Der Chefredakteur des Portals Strana.ua, Igor Guschwa, musste im Februar 2018 die Ukraine verlassen und um politisches Asyl in Österreich bitten. Er hatte die Post-Maidan-Regierung kritisiert. „Wir werden seitens der Behörden unter beispiellosen Druck gesetzt. Gegen mich persönlich wurden fünf Strafverfahren eingeleitet. Und das ist nicht die Obergrenze“, berichtete er in einem offenen Brief. Zudem hob er hervor, dass ihm mit Mord gedroht wurde.

    >> Mehr zum Thema: Festnahmen, Morde, Ausweisungen: Warum Journalisten in der Ukraine gefährlich leben

    Ende 2017 entführten und folterten ukrainische Nationalisten den ukrainischen Pazifisten und unabhängigen Journalisten Alexander Medinski. Seine persönlichen Angaben wurden auf der Webseite „Mirotworez“ veröffentlicht. Er führte TV-Brücken mit dem Anti-Maidan-Aktivisten Denis Lotow und einem der Kommandeure der Aufständischen der Volksrepublik Donezk, Ahra Adwisba, durch. Der Journalist musste um politisches Asyl in der EU bitten.

     

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    Tags:
    Aktivisten, Angriffe, Journalisten, Anatolij Grizenko, Igor Guschwa, Ukraine