08:05 22 August 2018
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    Hafen in Gaza

    Bei versuchtem Durchbruch der Gaza-Blockade: Israel bringt schwedische Yacht auf

    © REUTERS / Mohammed Salem
    Politik
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    Israelische Militärs haben im Mittelmeer ein europäisches Schiff mit propalästinensischen Aktivisten an Bord gekapert, die die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Nach Armeeangaben handelt es sich bereits um einen zweiten Versuch dieser Art binnen einer Woche. Die aufgebrachte Yacht „Freedom“ sei unter schwedischer Flagge gefahren.

    Am vergangenen Sonntag hatten die Israelis das unter norwegischer Flagge fahrende Fischereiboot „Al-Auda“ (Rückkehr) in internationalen Gewässern aufgebracht und zu einem Marinestützpunkt im Hafen von Aschdod bugsiert. Nach Militärangaben verliefen die beiden Aktionen „ohne jegliche Probleme“. 

    Dagegen behaupten Menschenrechtler, dass mehrere der 22 Insassen der „Al-Auda“ verprügelt sowie unter Einsatz von Elektroschockern und kreislaufhemmenden Handschellen misshandelt wurden.

    Nach Angaben der Organisatoren befanden sich an Bord der „Freedom“ zwölf Aktivisten und eine Ladung von Medikamenten. Ausländer, die an derartigen Missionen teilnehmen, werden von den Israelis normalerweise deportiert. Humanitäre Hilfsgüter werden nach Kontrolle in den Gazastreifen auf dem Landweg gebracht.

    Mehr zum Thema: Israel droht mit „großer und schmerzhafter Operation“ im Gazastreifen – Liberman

    Die Seeblockade des Gazastreifens ist aus Sicht Israels nötig, um Waffenlieferungen an radikale Kräfte zu verhindern. Menschenrechtsorganisationen betrachten die Blockade als gesetzwidrig und schicken regelmäßig Schiffe mit humanitären Hilfsgütern und Aktivisten zur Gaza-Küste.

    Für Schlagzeilen hatte 2010 die Aufbringung eines Konvois von sechs Schiffen mit einigen hundert Aktivisten und Tausenden Tonnen Hilfsgütern an Bord durch die Israelis gesorgt. Damals wurden neun türkische Aktivisten getötet, die erbitterten Widerstand gegen das Kapern leisteten.

    Tags:
    Aufbringung, Yacht, Militärs, Humanitäre Hilfsgüter, Gazastreifen, Israel