14:54 19 November 2018
SNA Radio
    Air France (Archivbild)

    In ZAR ermordet: Leichen russischer Journalisten nach Paris gebracht

    © AFP 2018 / DPA/ Soeren Stache
    Politik
    Zum Kurzlink
    4370

    Die Leichname der in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ermordeten russischen Journalisten sind nach Paris gebracht worden. Dies meldet der TV-Sender „Rossija-24“.

    Nach seinen Angaben sollen die Leichen der Russen mit einer anderen Maschine aus Paris nach Moskau überführt werden. Es wird erwartet, dass dies in der Nacht auf den 5. August geschieht.

    Wie der Freund von einem der Opfer, der Journalist Maxim Schewtschenko, Sputnik mitteilte, werden Ermittlungshandlungen durchgeführt, sobald die Leichname nach Moskau überführt worden sind. Danach wird das Ermittlungskomitee ein gerichtsmedizinisches Gutachten erstellen, wonach die Leichname an die Angehörigen übergeben werden.

    Mord an Journalisten

    Dass unweit der zentralafrikanischen Stadt Sibu drei getötete Menschen mit Presseausweisen entdeckt wurden, ist am Nachmittag des 31. Juli bekannt geworden.

    Ferner stellte sich heraus, dass es die Russen Kirill Radtschenko, Alexander Rastorgujew und Orchan Dschemal waren. Sie hatten abgelaufene Presseausweise verschiedener Medien bei sich. Im Außenministerium hieß es, dass ihre Reise als Touristenreise gestaltet worden sei. Darüber hinaus hätten sich die Journalisten nicht um Unterstützung und Akkreditierung an entsprechende Behörden der ZAR gewandt und keine Panzerwesten und Helme mit der Inschrift „Presse“ getragen.

    Das russische Ermittlungskomitee leitete zu diesem Fall ein Strafverfahren nach dem Artikel „Mord“ ein.

    Die Gruppe soll in der ZAR vom Zentrum für Verwaltung von Ermittlungen (ZUR), das von Michail Chodorkowski geleitet wird, gearbeitet haben.
    Wie das Zentrum für Verwaltung von Ermittlungen, das die Journalisten auf diese Dienstreise geschickt hatte, mitteilte, haben sie eine Doku über die Präsenz russischer Militärinstrukteure in der Zentralafrikanischen Republik gedreht. Dabei bezeichnete das russische Außenministerium die Medienberichte über Ermittlungen der Aktivitäten eines privaten Militärunternehmens in der Zentralafrikanischen Republik als absurd.

    Die Behörde hatte nach ihren eigenen Angaben noch im März die Entsendung der Instrukteure in dieses Land mitgeteilt.

    Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik spitzte sich Anfang Dezember 2013 zu, nachdem es in der Hauptstadt der Republik Bangui zu Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen Rebellengruppe „Seleka“ und christlichen Milizen gekommen war.  Nach UN-Angaben hat der Konflikt nach dem Stand vom Juli 2018 bereits mehr als 6.000 Menschenleben gekostet. Eine Million Menschen sind demnach obdachlos geworden.

    Zuvor wurden auf der Webseite des Konsular-Departements des russischen Außenministeriums Empfehlungen veröffentlicht, dass die Sicherheitskräfte der Zentralafrikanischen Republik „praktisch nicht funktionieren und man deswegen nicht mit ihrer Hilfe rechnen kann, sollte es zu schlimmen Ereignissen kommen“.

    Unter anderem teilte das Außenministerium mit, dass die kriminogene Lage in der Zentralafrikanischen Republik zurzeit kompliziert sei. Dort komme es oft zu bewaffneten Plünderungen und Mordanschlägen, Überfällen auf Ausländer. Daher seien Reisen in dieses Land sehr risikoreich und folglich nicht empfehlenswert.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Zeitung: Russische Journalisten wurden vor Tod in Zentralafrika vernommen
    Zentralafrikanische Republik: Wer attackierte russische Journalisten? – Medien
    Russische Journalisten in Zentralafrikanischer Republik getötet
    „Er lässt Anführer der freien Welt warten!“: Putin verärgert US-Journalisten
    Tags:
    gerichtsmedizinisches Gutachten, Leichname, Ermittlungen, Mord, Journalisten, Zentrum für Verwaltung von Ermittlungen, russisches Ermittlungskomitee, Seleka, Russisches Außenministerium, Rossija-24, Sputnik, Orchan Dschemal, Kirill Radtschenko, Maxim Schewtschenko, Alexander Rastorgujew, Bangui, Sibu, Zentralafrikanische Republik, Paris, Russland