06:01 14 November 2018
SNA Radio
    Entgiftungsarbeiten in Salisbury

    Giftanschlag auf Skripals: „Fast alle Indizien vernichtet“ - Botschafter

    © AP Photo / PA/ Ben Birchall
    Politik
    Zum Kurzlink
    133178

    Laut Russlands Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, werden beim Ermittlungsverfahren zum Zwischenfall in Salisbury faktisch alle Indizien vernichtet.

    „Es werden faktisch alle Indizien vernichtet. Wenn etwas überprüft werden sollte, wird es eine solche Möglichkeit nicht mehr geben. Wir kommen nicht umhin, uns darüber zu beunruhigen“, sagte der Diplomat am Samstag im russischen Fernsehen.

    Im britischen Salisbury sollen am 4. März laut den Behauptungen der britischen Behörden der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter mit Nervengas vergiftet worden sein, was einen großen internationalen Skandal auslöste. London machte Russland für die Vergiftung der Skripals mit dem Giftstoff A234 verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigung entschieden als völlig haltlos und unbegründet zurück.

    Mitte Mai war Sergej Skripal nach der stationären Behandlung aus dem örtlichen Krankenhaus entlassen worden, seine Tochter Julia – bereits Mitte April.

    Wie die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, sind rund 60 diplomatische Noten zum Fall Skripal an das britische Außenministerium gerichtet worden. Darin wurde gefordert, Russland den Zugang zu den Ermittlungen zu gewähren. Moskau bot außerdem seine Teilnahme an dem Ermittlungsverfahren an. Die britischen Behörden winkten ab.

    Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland zu präsentieren, tat das bis zu seinem Rücktriff im Juli aber nicht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Von Salisbury bis Amesbury – wird London wieder Russland verdächtigen?
    Fall Skripal: Britische Militärs starten Entgiftungen in Salisbury – Medien
    Giftgas in Salisbury: London braucht keine Beweise
    Skripal-Fall: Polizei will Tatverdächtige identifiziert haben – Moskau fordert Namen
    Tags:
    Ermittlungsverfahren, Giftanschlag, Sergej Skripal, Boris Johnson, Maria Sacharowa, Alexander Jakowenko, Großbritannien