04:01 22 August 2018
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    Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro bei einer Militärparade, 4. August 2018

    Drohnen oder Gasexplosion? Maduro-Attentat angezweifelt

    © AP Photo / Miraflores Presidential Palace
    Politik
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    Die venezolanische Regierung hat einen Anschlag auf den Präsidenten des Landes, Nicolás Maduro, mittels Flugdrohnen mit Sprengstoff gemeldet. Eine Meldung der Nachrichtenagentur AP nährt aber Zweifel an der offiziellen Version.

    Der venezolanische Kommunikationsminister Jorge Rodríguez teilte mit, ein Attentat auf Maduro sei am Samstag um 17:45 Uhr Ortszeit fehlgeschlagen. Unbekannte sollen mittels Drohnen mehrere Sprengladungen vor das Gebäude des Hohen Militärkommandos in Caracas, wo der Staatschef anlässlich einer Militärparade eine Rede hielt, gebracht und gezündet haben. Maduro brach seine Rede ab und verließ die Bühne.

    Sieben Soldaten der Nationalgarde seien verletzt worden. Der Präsident des Obersten Gerichts, Maikel Moreno, hielt das Attentat für einen Terroranschlag. Dazu soll sich die Gruppierung „Nationale Bewegung der Flanell-Soldaten“ bekannt haben.

    Der Präsident sagte später, mehrere Täter seien festgenommen worden, und machte für das Attentat seinen kolumbianischen Amtskollegen Juan Manuel Santos verantwortlich. Maduro glaubt außerdem, ein Teil derjenigen, die ihn töten wollten, würde in den USA leben. Kolumbiens Außenministerium bezeichnete die Vorwürfe des venezolanischen Präsidenten bereits als „absurd“ und erklärte, diese würden jeder Grundlage entbehren.

    AP meldet unter Berufung auf drei Feuerwehrleute, die anonym mit der Agentur sprachen, in einer nahe gelegenen Wohnung sei ein Gastank explodiert. Sie sagten, dass die venezolanischen Behörden diesen Knall und den darauffolgende Rauch für eine Explosion gehalten hätten, präzisierten aber nicht, wie sie zu diesen Schlussfolgerungen kamen.

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    Tags:
    Zweifel, Militärparade, Drohne, Attentat, Anschlag, Juan Manuel Santos, Nicolas Maduro, Kolumbien, Venezuela, USA