23:35 21 August 2018
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    Bundeswehr-Soldaten (Symbolbild)

    „Absurd“ und „gemeinnützig“ – FDP und Linke kritisieren Rückkehr der Wehrpflicht

    © AFP 2018 / Martin Schutt / dpa
    Politik
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    Die FDP und die Linke haben sich ablehnend zur Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht geäußert.

    Die verteidigungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, bezeichnete den Vorschlag als „absurd“. Allein der Wiederaufbau der Infrastruktur würde „horrende Summen verschlingen“, die an anderer Stelle besser genutzt werden könnten. „Denn weder haben wir funktionierende Kreiswehrersatzämter noch geeignete Unterbringungsmöglichkeiten“, sagte sie am Sonntag.

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    Der miserable Zustand der Ausstattung sei das eigentliche Problem der Bundeswehr, fügte Strack-Zimmermann hinzu. Die Union müsse ein Modernisierungskonzept vorlegen, das nicht nur die Ausstattungsmängel löse und die Einsatzbereitschaft verbessere, sondern auch die Arbeitsbedingungen bei der Bundeswehr attraktiver gestalte. Dann soll es auch mit der Nachwuchsgewinnung klappen.

    Auch die Linke befürwortet die erneute Wehrpflicht nicht. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte, sprach von einem „Zurück ins letzte Jahrhundert”. Die Bundeswehr müsse aus allen Kriegseinsätzen zurückgeholt werden. Ein Zwangsdienst sei „gemeinnützig“ und mit einer freien Gesellschaft nicht vereinbar.

    In der Union wird derzeit über das Thema diskutiert. Vor allem der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg tritt für die Wiedereinführung der Wehrpflicht ein.

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    „Wir brauchen die Wehrpflicht, und sie soll für Männer und Frauen gelten”, erklärte er in einem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es solle ein verpflichtendes Dienstjahr geben, und wer nicht zur Bundeswehr gehe, könne es anderswo ableisten, so Sensburg.

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    Tags:
    Diskussion, Kritik, Wehrpflicht, CDU, FDP, Die LINKE-Partei, Bundeswehr, Deutschland